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Blasenschwäche nach Schwangerschaft

Viele Frauen bemerken nach der Entbindung, dass sie beim Lachen, Niesen, Husten, Bücken oder beim Tragen von schweren Lasten Harn verlieren. Nur die wenigsten Betroffenen trauen sich darüber zu reden. Doch das ist der falsche Weg. Lernen Sie hier, was es mit der Blasenschwäche auf sich hat und was man tun kann.

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Inkontinenz nach der Entbindung – Warum ich?!

Wäh­rend der Schwan­ger­schaft erfährt die betref­fen­de Frau tief grei­fen­de psy­cho­lo­gi­sche und phy­sio­lo­gi­sche Ver­än­de­run­gen, die sie auf die bevor­ste­hen­de Geburt und die Zeit danach vor­be­rei­ten sol­len. Auf­grund die­ser Ver­än­de­run­gen lei­den vie­le Frau­en nach einer Schwan­ger­schaft an einer Harn-Inkon­ti­nenz (Bla­sen­schwä­che), man­che auch an Stuhl-Inkontinenz.

In die­sem Rat­ge­ber möch­ten wir Sie über das Tabu­the­ma »Bla­sen­schwä­che nach der Ent­bin­dung« auf­klä­ren und Ihnen ein paar Tipps an die Hand geben.

Ursachen von Inkontinenz nach der Schwangerschaft

Bereits in einem frü­hen Sta­di­um der Schwan­ger­schaft bil­det der Kör­per das Hor­mon Pro­ges­te­ron. Das ist eine Sub­stanz, die das Gewe­be wei­cher und nach­gie­bi­ger macht. Dadurch soll die Mus­ku­la­tur des Becken­bo­dens auf die Geburt vor­be­rei­tet wer­den und dehn­ba­rer werden.

Das hat jedoch zur Fol­ge, dass auch die Schließ­mus­keln von Bla­se und Darm nicht mehr so gut arbei­ten. Mit­un­ter stellt sich des­we­gen bereits wäh­rend der Schwan­ger­schaft eine leich­te Inkon­ti­nenz ein. Bei der Geburt wird die Becken­bo­den­mus­ku­la­tur extrem gedehnt.

Unter schwie­ri­gen Umstän­den kann es zu einer Über­deh­nung kom­men, durch die sich die Inkon­ti­nenz noch ver­stärkt. Bei den meis­ten Frau­en ver­schwin­det die Inkon­ti­nenz spä­tes­tens 3 Mona­te nach der Geburt wie­der. Bei jeder 10. Frau hält sie dage­gen län­ger an.

Es gibt Frau­en, die selbst mehr als 10 Jah­re nach der Geburt noch an einer Bla­sen­schwä­che lei­den. Bei den meis­ten Betrof­fe­nen han­delt es sich um eine Belas­tungs­in­kon­ti­nenz. Sie ver­lie­ren unwill­kür­lich Urin beim Auf­ste­hen und Set­zen, Trep­pen­stei­gen und Heben sowie Tra­gen von Las­ten. Auch bei Hus­ten, Nie­sen oder Blä­hun­gen kann es zu Urin­ver­lust kommen.

Was kann man bei Blasenschwäche tun?

Ärz­te und The­ra­peu­ten kön­nen Ihnen nur bedingt hel­fen. Sie ver­fü­gen zwar über das not­wen­di­ge Fach­wis­sen, wis­sen jedoch nicht, wie Sie sich füh­len. Am bes­ten ist es, wenn Sie sich einer Selbst­hil­fe­grup­pe anschließen.

Das müs­sen nicht unbe­dingt Frau­en sein, die sich regel­mä­ßig irgend­wo tref­fen, son­dern kön­nen auch Dis­kus­si­ons­grup­pen und Foren im Inter­net sein. Dort erhal­ten Sie wert­vol­le Tipps und Rat­schlä­ge, wie Sie den All­tag trotz Inkon­ti­nenz meis­tern können.

Außer­dem bekom­men Sie jede Men­ge mora­li­sche Unter­stüt­zung und Sym­pa­thie. Man­che Mit­glie­der sol­cher For­men lei­den schon jah­re­lang an Inkon­ti­nenz und haben gelernt, damit umzu­ge­hen. Sie sind zwar kei­ne Medi­zi­ner oder aus­ge­bil­de­te Pfle­ge­kräf­te, kön­nen aber auf­grund ihrer per­sön­li­chen Erfah­rung mitreden.

Beckenbodentraining in den Alltag integrieren

Von der Heb­am­me oder dem Gynä­ko­lo­gen haben Sie sicher ein Merk­blatt mit Übun­gen zum Trai­nie­ren der Becken­bo­den­mus­ku­la­tur bekom­men. Gewöh­nen Sie sich dar­an, die­se Übun­gen in Ihren All­tag ein­zu­bau­en. Sie müs­sen sich nicht extra hin­set­zen oder hin­le­gen, um sie zu absol­vie­ren. Nut­zen Sie ein­fach Zei­ten, in denen Sie sowie­so nichts wei­ter zu tun haben, um die Übun­gen zu machen:

  • mor­gens im Bett vor dem Auf­ste­hen oder abends vor dem Einschlafen
  • im Auto bei Stau oder an einer roten Ampel oder bei einem Meeting
  • in der War­te­schlan­ge an der Kas­se, auf der Post oder bei einer Behörde

Es gibt auch mobi­le Gerä­te (nicht grö­ßer als ein Han­dy), die Ihre Becken­bo­den­mus­keln mit Strom sti­mu­lie­ren. Das ist zwar kein Ersatz für ein Becken­bo­den­trai­ning, för­dert aber zumin­dest die Durch­blu­tung der Mus­keln und trägt zu Ihrer all­ge­mei­nen Kräf­ti­gung bei.

Lassen Sie sich nicht unterkriegen!

Hei­lung braucht ihre Zeit. Bei der einen dau­ert es nur ein paar Wochen bis sie wie­der “dicht” ist, bei einer ande­ren Frau kann sich die Inkon­ti­nenz über Jah­re erstre­cken. “Be pati­ent” heißt auf Eng­lisch so viel wie “Sei gedul­dig”. Das soll­ten Sie sich als Pati­en­tin zu Her­zen nehmen.

Es bringt nichts, wenn Sie das Trai­ning for­cie­ren. Ein paar Minu­ten am Tag rei­chen voll­kom­men aus. Schließ­mus­keln sind eher für Dau­er­be­las­tung als für plötz­li­che Kraft­an­stren­gun­gen aus­ge­legt. Ein­mal pro Woche soll­ten Sie sich einen Tag Ruhe gönnen.

Machen Sie nicht den Feh­ler, weni­ger zu trin­ken. Der Mensch soll­te täg­lich um die 2 Liter Flüs­sig­keit auf­neh­men. Damit ist jedoch nicht nur die rei­ne Trink­men­ge, son­dern auch Sup­pen, Soßen, Sala­te, Joghurt und Eis­creme gemeint. Wenn Sie die Trink­men­ge dau­er­haft redu­zie­ren, ris­kie­ren Sie eine Schä­di­gung Ihrer Nieren.

Es gibt auch Medi­ka­men­te zur The­ra­pie von Harn-Inkon­ti­nenz. Sei­en Sie bei deren Anwen­dung vor­sich­tig und neh­men Sie sie nicht zu lan­ge. Die Mit­tel haben unan­ge­neh­me Neben­wir­kun­gen, die sich ver­stär­ken, je län­ger sie ein­ge­nom­men werden.

Manch­mal müs­sen Sie sich damit abfin­den, mit einer leich­ten Inkon­ti­nenz zu leben. Zum Glück gibt es heu­te genü­gend dis­kre­te Hygie­ne­pro­duk­te, die Sie auch unter dün­ner Klei­dung unauf­fäl­lig tra­gen können.

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