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Peter, 61 Teil 2: Warten zwischen Diagnose & Prostata-OP

Die Zeit zwischen der Erkenntnis, dass ich Krebs hatte und dem Prostata-OP-Termin kam mir unendlich vor. Ich schwebte zwischen "der Hoffnung, dass die Krankheit wie ein Schnupfen von alleine weg geht" und der bitteren Wahrheit, dass die Prostata raus muss!

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Prostataoperation – Hoffnungen, Recherchen und Ängste

In meinem vorherigen Beitrag Diagnose: Prostatakrebs gab ich Ihnen einen Einblick, sie meine Krebserkrankung diagnostiziert wurde. In diesem Artikel beschreibe ich Ihnen meine Erlebnisse in der Zeit zwischen Diagnose-Stellung und Operation…

Für die meisten Männer kommt die Diagnose Prostatakrebs wahrscheinlich als ein Schock. In meinem Fall war es dagegen eher eine Erlösung, weil ich bis dahin schon mehr als 1 Jahr in Ungewissheit lebte.

Nach 2 Stanzbiopsien und zwei Computertomografie – Scans wusste ich endlich, woran ich war! Normalerweise teilt einem der behandelnde Urologe die Diagnose mit. Bei mir kam der Befund per Post: Ich habe ein Prostatakarzinom!

Ende Juli 2018 hatte ich einen Termin für meine zweite Stanzbiopsie an der Uni-Klinik Erlangen gebucht (Übrigens gerade nach der Rückkehr aus meinem Urlaub in Lissabon). Bei dieser Stanzbiopsie konnte der Arzt auf dem Bildschirm meine Prostata sehen und die Gewebeproben aus Stellen entnehmen, die ihm verdächtig vorkamen.

Zum Zeitpunkt der Prozedur war mein Urologe schon im Urlaub und wollte erst Anfang September zurückkehren. Da das Ergebnis bereits nach ca. 1 Woche vorliegen sollte, bat ich die Klinik darum, mir eine Kopie des Befunds zu schicken.

Im Jahr 2018 spielte das Schicksal mir wahrlich böse mit. Nur wenige Tage nach der Untersuchung in Erlangen erlitt ich einen Arbeitsunfall, bei dem ich mir im linken Knie einen Riss des vorderen Kreuzbandes und des Innenmeniskus zuzog.

Dadurch war ich zu Hause, als der Brief der Uni-Klinik eintrudelte und hatte viel Zeit. Obwohl das Schreiben im üblichen Fachchinesisch der Ärzte verfasst war, verstand ich genug um zu wissen, dass ich Prostatakrebs hatte.

Warten und Selbststudium im Internet

Was sollte ich tun, an wen sollte ich mich wenden? Meine Frau interessierte sich kein bisschen für mich. Meine Schwester ist Ende 70 und hat selbst Leukämie und mein bester Freund ist ein Hypochonder, der gierig die Krankheitsgeschichten anderer Leute aufsaugt wie ein trockener Schwamm das Wasser. Nur meine Freundin zeigte Verständnis und Einfühlungsvermögen, obwohl sie selbst wahrlich genug Probleme hatte.

Ehrlich gesagt war das Internet nicht nur eine Informationsquelle für mich, sondern spendete mir Trost. Dort erfuhr ich, dass Prostatakrebs in den meisten Fällen vollständig entfernt werden kann, jedenfalls so lange sich noch keine Metastasen gebildet haben.

Das gab mir Mut und Hoffnung. Gleichzeitig wurde mir aber auch klar, dass ich etwas gegen den Krebs tun musste. Ich informierte mich, wo und wie eine Prostata-OP durchgeführt wird.

In der ersten Zeit schreckte ich vor dem Gedanken an eine vollständige Entfernung der Prostata, eine sogenannte radikale Prostatektomie zurück. Mir gefielen die Folgeerscheinungen gar nicht: Inkontinenz und Impotenz. Ich war schon immer ein lebenslustiger Mann und genoss den Sex mit meiner Freundin, einer attraktiven Latina, sehr. Darauf sollte ich in Zukunft verzichten? Undenkbar!

Alternative Behandlungsmethoden bei Prostatakrebs?

Darum recherchierte ich im Netz nach alternativen Methoden zur Behandlung von Prostatakrebs. Es gab sogar eine ganze Menge Angebote und ich machte mir Notizen für mein Gespräch mit dem Urologen. Bis dahin waren es ja noch einige Wochen. Zu diesem Zeitpunkt ahnte ich noch nicht, dass ich mir selbst etwas vorgaukelte.

In dieser Zeit fand ich großen seelischen Halt bei meiner Freundin. Sie unterstützte mich und machte mir Mut. Bedingt durch ihren Job kannte sie Männer, die trotz Prostataoperation fit und leistungsfähig waren und ein gutes Sexleben führten. In der Zeit bis zur Operation trafen wir uns so oft wie möglich und genossen jede Minute unseres Zusammenseins. Das letzte Mal war übrigens am Tag, bevor ich zur Operation ins Krankenhaus musste.

Auf dem Boden der Tatsachen: Eine Prostata-OP muss sein!

Mein Urologe kam erholt und braun gebrannt aus dem Urlaub zurück und hatte nichts Eiligeres zu tun als meine Illusionen in Bezug auf alternative Behandlungsmethoden bei Prostatakrebs zu zerstören.

Er sagte mir, dass diese Verfahren zwar schonender seien als eine klassische Operation oder Bestrahlung, dafür bestünde aber auch die Gefahr, dass nicht alle bösartigen Zellen entfernt werden könnten und der Krebs eines Tages wieder auftreten könne.

Zudem gab er mir zu bedenken, dass keine Krankenkasse die Kosten für diese unerprobten Verfahren übernehmen würde. Er machte mich darauf aufmerksam, dass so eine Behandlung in der Regel weit mehr als 20.000 Euro kosten würde. Praktisch hatte ich nur die Wahl zwischen Bestrahlung oder Operation.

Mein Entschluss: Eine roboterassistierte Prostata Operation

Letztendlich entschied ich mich dann für eine Operation. Mein Urologe sagte, dass bei einer Bestrahlung immer auch das umliegende Gewebe geschädigt würde.

Sollte nach der Bestrahlung der Krebs noch einmal auftreten, wären die Ärzte so gut wie machtlos. Würde dasselbe nach einer Operation geschehen, könne man immer noch zur Bestrahlung greifen, um ein Aufflammen des Krebses zu bekämpfen. Nach gründlicher Recherche im Internet entschied ich mich für eine roboterassistierte Operation.

Dabei benutzt der Chirurg einen Roboter, der die Bewegungen seiner Hände präzise und ohne zittern auf das Operationsfeld überträgt. Anstelle eines großen Schnitts quer über den Unterbauch benötigt diese Operation nur 4 – 5 kleine Schnitte. Das hat zur Folge, dass die Heilung schneller verläuft und die Nebeneffekte geringer sind. Deswegen wird diese Methode auch Schlüsselloch-Chirurgie genannt.

Insgesamt war die Wartezeit auf meine Operation wenig belastend, weil ich (leider) genug Ablenkung durch mein kaputtes Knie hatte.

Zur Vorbereitung der Operation musste ich noch eine Szintigrafie über mich ergehen lassen. Dabei wird der Körper mit radioaktiven Strahlen „durchleuchtet“ und es wird kontrolliert, ob sich nicht krankhafte Veränderungen im Skelett oder Metastasen gebildet haben. Meine Operation legte ich auf Mitte Dezember fest, weil ich dann sicher bis Weihnachten wieder daheim sein würde.

Lesen Sie hier weiter: Ablauf meiner Prostata Operation

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