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Peter, 61 Teil 12: Partnerschaft mit Inkontinenz

Wenn eine Mann oder eine Frau von Inkontinenz betroffen ist, ist das nicht nur für den Betroffenen eine persönliche Belastung. Der Lebenspartner bekommt von den Begleiterscheinungen einer Harninkontinenz alles ganz genau mit. Erfahren Sie hier, wie ich mit dem Thema nach meiner Prostataoperation umgehe und welche Tipps sich aus der Praxis ergeben haben.

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Glückliche Partnerschaft trotz Harninkontinenz?

Harninkontinenz ist weiter verbreitet als viele glauben. Sie tritt nicht selten als Folge von Operationen, beispielsweise einer Entfernung der Prostata bzw. Harnblase, als Alterserscheinung oder nach Krankheiten auf.

Viele Männer, die an Inkontinenz leiden, haben auch kein oder nur ein sehr eingeschränktes Sexualleben. Das muss nicht sein.

In diesen Kolumne-Beitrag möchte ich Ihnen mitteilen, wie ich als Betroffener mit dem Thema in der Partnerschaft umgehe. Ich hoffe, dass ich Leidensgenossen helfen kann. Bitte schildern auch Sie Ihre Erfahrungen oder Ängste unter diesem Beitrag im Kommentarfeld.

Inkontinenz und Sexualleben passen zusammen!

Inkontinente Männer fürchten sich davor, beim Sex ungewollt zu urinieren und daraufhin von ihrer Partnerin zurückgewiesen zu werden. Aus Angst vor dieser Zurückweisung meiden sie den Sex oder entwickeln sogar eine erektile Dysfunktion. Es entwickelt sich sehr oft ein Schamgefühl.

Man muss aber gar nicht auf Sex verzichten. Unter Beachtung einiger weniger Dinge ist auch mit Inkontinenz ein normales Liebesleben möglich.

Wenn es um eine Erektionsstörung geht, sollte man stets mit dem Facharzt reden. Ein Arzt kann die Ursache diagnostizieren und kennt Heilmethoden dagegen, seien es Potenzmittel als Tabletten oder Spritzen in die Schwellkörper des Penis, Penispumpen oder Penisimplantate (die letztere beiden bezahlt sogar die GKV).

Mit der Partnerin reden und sie einbeziehen

Der beste Weg um Probleme zu lösen, ist ein offenes Gespräch. Die Inkontinenz zu verheimlichen, bringt nichts, weil sie früher oder später doch ans Licht kommt. Der Mann sollte lieber von Anfang an sagen, was mit ihm los ist. Offenheit und Vertrauen sind die Grundlage jeder Beziehung.

Inkontinenz kann als eine Art “Test” für die Qualität der Partnerschaft angesehen werden. Wenn die Liebe stark ist, wird sie es überstehen, wenn nicht, würde sie wahrscheinlich auch aus einem anderen Anlass zerbrechen.

Eine Frau, die ihren Mann oder Partner wirklich liebt, wird für ihn und seine Gesundheit Interesse zeigen. Sie wird beispielsweise unaufgefordert mit zum Arzt kommen und sich anhören, was der zu sagen hat. Sollte es doch einmal passieren, dass er beim Sex Urin verliert, wird sie das tolerieren und nicht deswegen wütend werden.

Was kann man gegen die Inkontinenz tun?

Männer, die an Inkontinenz leiden, müssen den Sex ein wenig sorgfältiger planen als ihre gesunden Geschlechtsgenossen. Es ist beispielsweise ratsam, ca. 2 – 3 Stunden vor dem Sex nichts mehr zu trinken.

Das gilt in besonderen Maß für Getränke, die als harntreibend bekannt sind. Dazu gehören Bier und Wein, aber auch starker Kaffee oder Tee. Eine fast ebenso starke harntreibende Wirkung haben Früchte mit viel Saft, wie zum Beispiel Weintrauben, Melonen oder Pfirsiche. Auch diese isst man besser nicht, bevor man Sex hat.

Wer Angst hat, beim Sex unkontrolliert zu urinieren, kann das mit einem einfachen Mittel verhindern: einem Kondom. Keine Angst, in den meisten Fällen ist die Inkontinenz nur vorübergehend und verschwindet nach einigen Monaten bis zu einem Jahr wieder.

Hygiene ist oberstes Gebot

Bei einer Inkontinenz wird Urin ständig oder in kurzen Abständen unkontrolliert abgegeben. Um sich in der Öffentlichkeit frei und ungezwungen bewegen zu können, verwenden die meisten Männer Inkontinenzeinlagen, Vorlagen oder Pants, die den Urin aufsaugen und binden.

So praktisch das auch sein mag, entsteht dadurch auch eine Gefahr. Der Genitalbereich ist ständig feucht und warm, ideale Bedingungen für das Wachstum von Bakterien und Hautpilzen. Wird nichts unternommen, kann sich schnell eine Infektion ausbreiten, die sich durch Jucken oder Brennen beim Wasserlassen bemerkbar macht. Durch Sex kann sie auf die Partnerin übertragen werden.

Das kann sehr einfach verhindert werden, indem man den Genitalbereich mehrmals am Tag wäscht. Am besten hat sich lauwarmes Wasser bewährt. Durch die Inkontinenz ist die Haut im Genitalbereich ohnehin schon sehr strapaziert. Würde man dann noch parfümierte Lotions, Waschgel oder gar Desinfektionsmittel benutzen, wäre eine ernsthafte Schädigung der Haut beinahe unvermeidbar.

Zum Säubern des Genitalbereichs empfiehlt sich ein separater Waschlappen, der zu keinem anderen Zweck benutzt wird. Beim Waschen der Unterwäsche und des Lappens tötet die Verwendung eines desinfizierenden Weichspülers zuverlässig alle Keime ab.

Sollten sich die oben genannten Anzeichen wie Jucken und Brennen einstellen und nach 1 – 2 Tagen nicht wieder verschwinden, sollte besser ein Arzt (Urologe, Hautarzt) aufgesucht werden. Eventuell ist es ratsam, dass auch die Partnerin mitkommt.

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