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Der Blasenkatheter – Warum und wann wird er eingesetzt?

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Harnblasenkatheter zur externen Urinableitung

Blasenkatheter gibt es in vielen Arten, Formen und Größen. Je nach Einsatzgebiet kann ein Katheter für die einmalige oder längere Benutzung vorgesehen sein.

Bereits in der Antike wurden primitive Vorläufer der modernen Blasenkatheter eingesetzt. Wir haben diesbezüglich einen Beitrag über die Geschichte des Katheters verfasst.

In diesem Ratgeber erklären wir Ihnen wann ein Harnröhrenkatheter eingesetzt wird und warum. Wir würden uns freuen, wenn Sie uns Ihre eigenen Erfahrungen über das Kommentarfeld mitteilen würden.

Was ist ein Blasenkatheter?

Der Blasenkatheter ist ein Schlauch aus durchsichtigem Kunststoff. Er dient der externen Harnableitung. Er wird von außen in die Harnröhre eingeführt, um dem Harn den ungehinderten Abfluss aus der Harnblase zu ermöglichen.

Die Länge des Blasenkatheters wird in Zentimeter angegeben, sein äußerer Durchmesser wird durch die Maßeinheit Charriére, abgekürzt Ch, angegeben. Ein Charriére entspricht ungefähr 0,33 mm. In der Medizin sind folgende Stärken gebräuchlich:

  • Männer: 16 oder 18 Ch
  • Frauen: zwischen 12 – 14 Ch

Wann werden Urinkatheter eingesetzt?

Die chirurgischen Geräte kommen sowohl bei der Therapie als auch bei der Diagnostik zum Einsatz. Am häufigsten werden Blasenkatheter in der Therapie verwendet, wenn aus irgendeinem Grund der Harn nicht mehr auf natürlichem Weg abfließen kann. Therapeutische Gründe für den Einsatz eines Blasenkatheters sind zum Beispiel:

  • Verletzungen der Harnröhre nach einem Unfall oder als Folge einer Operation
  • Harnverhalt durch Medikamente
  • Vergrößerung der Prostata
  • Neurogene Störung der Blasenentleerung

Für Patienten, die sehr schwach oder bettlägrig sind, stellt ein Blasenkatheter eine Möglichkeit dar, den Toilettengang zu ersetzen.

Blasenkatheter werden auch zum Spülen der Harnblase oder zum Einbringen von Medikamenten benutzt.

Harnblasenkatheter in der Diagnostik

In den meisten Fällen dient der Blasenkatheter zur Entnahme von Harnproben aus der Harnblase. Der Arzt kann zum Beispiel die Menge des Harns bestimmen oder die Probe auf Keime untersuchen.

  • Bildgebung der Harnwege
    Sollen Bildaufnahmen der Harnwege gemacht werden, muss zuvor ein Kontrastmittel gespritzt werden. Dazu wird ein Kontrastmittel über den Blasenkatheter verabreicht.
  • Restharnkontrolle
  • Bestimmung der Harnröhrenweite
  • Messung des Blasendrucks zur Überprüfung der Harnblasenfunktion

Bei der Behandlung von Blasenkrebs wird mitunter ein Blasenkatheter sowohl für Diagnostik als auch für die Therapie eingesetzt. Dafür kommen Spezialkatheter zum Einsatz, mit deren Hilfe der Arzt nicht nur die Tumore erkennen, sondern auch beseitigen kann.

Welche Arten von Blasenkathetern gibt es?

Die meisten Blasenkatheter bestehen aus medizinischen Silikon. Dieses Material verursacht keine Allergien, enthält keine Schadstoffe und reagiert nicht mit dem Körper. Mitunter kommen auch Spezialkunststoffe oder Latex zum Einsatz. Nach der Art, wie der Blasenkatheter gelegt wird, unterscheidet man:

  • transurethrale Katheter (werden über die Harnröhre gelegt)
  • suprapubische Katheter (werden über einen Schnitt in der Bauchdecke direkt in die Harnblase gelegt)

Transurethrale Blasenkatheter werden meistens als Einmalkatheter gelegt. Das bedeutet, sie werden beispielsweise nach einer Operation eingesetzt und verbleiben nur wenige Tage im Körper. Danach werden sie entfernt.

Suprapubische Blasenkatheter sind dagegen Dauerkatheter. Einmal gesetzt, bleiben sie im Körper. Sie werden beispielsweise eingesetzt, wenn die Harnröhre aufgrund einer Krebserkrankung oder eines anderen Problems entfernt werden musste.

Urologen unterscheiden Harnröhrenkatheter zumeist an der Form der Spitze:

  • Nelaton-Katheter: stumpfe Spitze, meist für Frauen verwendet
  • Tiemann-Katheter: konische, gebogene Spitze für schwierige Katheteranlagen
  • Stöhrer-Katheter: flexible Spitze
  • Mercier-Katheter: ähnlich wie ein Tiemann-Katheter

Das Legen eines transurethralen Blasenkatheters

Es gibt leichte Unterschiede bei den beiden Geschlechtern. Der Eingriff erfolgt in der Regel unter Narkose. Der Patient liegt auf dem Rücken und der Arzt desinfiziert den Genitalbereich. Der Katheter wird ebenfalls sterilisiert und der Schlauch mit einem Gleitmittel bestrichen.

Der Arzt schiebt den Katheter mit sanftem Druck sehr vorsichtig in die Harnröhre. Im Katheterschlauch befindet sich ein kleiner Ballon. Der wird mit Wasser aufgepumpt. Der Ballon bläht sich auf und verankert den Katheter in der Harnröhre.

Das Legen eines suprapubischen Blasenkatheters

Der Eingriff erfolgt unter lokaler Anästhesie. Zunächst sticht der Arzt mit einer Spritze in die Bauchdecke. Kann er mit der Spritze Urin absaugen, hat er die Harnblase getroffen. Zur Sicherheit wird die Lage durch ein Sonogramm bestätigt.

Mit der Hilfe eines Spezialskalpells wird die Bauchdecke geöffnet. Durch die Öffnung wird eine Hohlnadel eingeführt, in der sich bereits der Katheterschlauch befindet. Sobald durch den Schlauch Urin fließt, zieht der Arzt die Hohlnadel zurück und fixiert den Katheterschlauch durch eine Naht.

Worauf müssen Sie bei einem Harnröhren-Katheter achten?

Der Einmalkatheter sollte nicht länger als etwa 7 Tage verbleiben, weil durch ihn Keime aufsteigen, die eine Infektion der Harnröhre verursachen können. Solange Sie den Katheter tragen, müssen Sie darauf achten, ausreichend zu trinken; mindestens 1,5 l pro Tag.

Der Urinbeutel sollte unterhalb des Niveaus der Harnblase liegen, damit der Urin nicht zurückfließen kann. Achten Sie darauf, dass der Ablaufschlauch möglichst gerade ist und nicht geknickt wird, um den Abfluss nicht zu behindern.

Der Blasenkatheter – unangenehm aber notwendig

Zugegeben, ein Blasenkatheter ist keine angenehme Sache. Der Eingriff ist aber nicht so unangenehm wie viele Patienten befürchten. Man gewöhnt sich schnell daran. Es gibt sogar Urinbeutel, die am Bein befestigt werden.

Damit können Sie auch mit einem Blasenkatheter ganz normal herumlaufen. Die Entfernung des transurethralen Blasenkatheters ist übrigens kein Problem. Der Arzt lässt mit einer Spritze das Wasser oder die Luft aus dem kleinen Ballon ab und zieht den Schlauch heraus. Dazu ist keine Narkose erforderlich. Es kitzelt nur ein bisschen.

Bei einem suprapubischen Katheter zieht der Arzt die Fäden der Wundnaht und entfernt den Katheter.

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