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Die Geschichte des Katheters

Im klinischen Alltag sind Einmalkatheter und Dauerkatheter nicht mehr wegzudenken. Doch kaum jemand weiß, wer den Katheter erfand, bzw. wie er sich entwickelte. Wir haben etwas recherchiert und interessante Informationen zusammengetragen. Schreiben Sie uns bitte einen Kommentar, wenn Sie Fragen oder Anmerkungen haben.

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Wie entstand der Urin- Katheter?

Wer der eigent­li­che Erfin­der des Kathe­ters ist, ver­liert sich im Dun­kel der Geschich­te. Fest steht jedoch, dass bereits vie­le Völ­ker der Anti­ke schon Kathe­ter für diver­se Ein­grif­fe benutz­ten, ohne dafür ein Patent zu haben oder über­haupt den Begriff zu kennen.

Ein Kathe­ter war frü­her ein star­rer (Röhr­chen) oder fle­xi­bler (Schlauch) Hohl­kör­per, das dazu benutzt wur­de, Hohl­or­ga­ne wie Magen, Darm, Herz, Gefä­ße oder Harn­bla­se zu kon­trol­lie­ren, zu fül­len, ent­lee­ren oder zu spülen.

Je nach Erfin­der und Patent bestehen Kathe­ter aus den unter­schied­lichs­ten Mate­ria­li­en. Schon in der Anti­ke wur­den als Kathe­ter “natür­lich vor­kom­men­de Hohl­kör­per” wie Stroh­hal­me, Kno­chen oder Schilf­rohr genutzt, für die es weder Erfin­der noch Patent gab. Im Mit­tel­al­ter ent­stan­den die ers­ten Röhr­chen aus Leder, Papier, Sil­ber, Kup­fer und Mes­sing. Im 17. bis 18. Jahr­hun­dert setz­ten sich immer mehr Röhr­chen aus Sil­ber durch.

Fle­xi­ble­re Mate­ria­li­en folg­ten in der Zeit der Indus­tria­li­sie­rung aus Kunst­stoff, Latex, Gum­mi und spä­ter Sili­kon. In der heu­ti­gen Uro­lo­gie bestehen die moder­nen Dau­er­ka­the­ter oder Ein­mal­ka­the­ter oder pri­mär aus wei­chen Poly­mer- und Silikon-Materialien.

Wer ist der Erfinder des modernen, flexiblen Katheters?

Der bedeu­ten­de, ame­ri­ka­ni­sche Staats­mann und Natur­wis­sen­schaft­ler Ben­ja­min Fran­k­lin (1706 – 1790), ist für den ers­ten pro­fes­sio­nel­len, fle­xi­blen Sil­ber­ka­the­ter bekannt. Er woll­te im Jah­re 1752 sei­nem Bru­der hel­fen, der an Nie­ren­stei­nen litt und sich täg­lich unter gro­ßen Qua­len mit einem star­ren Kathe­ter die Bla­se ent­lee­ren musste.

Um die Schmer­zen sei­nes Bru­ders zu lin­dern, ent­wi­ckel­te Fran­k­lin einen per­fo­rier­ten Schlauch aus Sil­ber, der aus ein­zel­nen Seg­men­ten bestand und den Krüm­mun­gen der Harn­röh­re fol­gen konn­te. Fran­k­lin behaup­te­te aber spä­ter, dass ein Ita­lie­ner um 1720 der eigent­li­che Erfin­der des fle­xi­blen Kathe­ters war, obwohl es auch dafür kein Patent gab.

Um 1900 taten sich der schot­ti­sche Uro­lo­ge Nor­man Gib­bon und sein Dub­li­ner Kol­le­ge Walsh zusam­men und erhiel­ten das Patent auf ihr Gib­bon-Walsh Kathe­ter, das bis heu­te noch in der Uro­lo­gie (Pro­sta­tek­to­mie) benutzt wird.

Um das Jahr 1935 ent­wi­ckel­te der ame­ri­ka­ni­sche Uro­lo­ge Fre­de­ric Foley (1891 – 1966) ein Dau­er­ka­the­ter aus Latex, das sich mit­hil­fe eines inte­grier­ten auf­blas­ba­ren Bal­lons in der Harn­röh­re ver­an­ker­te. Obwohl Foley als Erfin­der die­ses Kathe­ters galt und es bis heu­te nach ihm benannt wird, ver­lor er einen Streit um das Patent. Das Patent wur­de 1936 Paul Rai­che von der Fir­ma Davol Rub­ber Co. Pro­vi­dence, Rho­de Island zugesprochen.

Wäh­rend des Zwei­ten Welt­kriegs wur­de der New Yor­ker David S. Sheri­dan (1908 – 2004) zum Erfin­der des moder­nen Weg­werf-Kathe­ters. Er hielt nicht nur das Patent auf das Kathe­ter, son­dern ins­ge­samt wei­te­re 55 Paten­te auf medi­zi­ni­sche Instru­men­te. Wäh­rend sei­nes Lebens grün­de­te er vier Fir­men zur Pro­duk­ti­on von Kathe­tern. Des­we­gen wur­de er 1988 im bekann­ten “For­bes” Maga­zin als “Kathe­ter König” bezeich­net. Der Erfin­der starb 2004 im Alter von 95 Jah­ren. Sei­nem Patent ver­dan­ken unzäh­li­ge Men­schen ihr Leben.

Welche namhaften Hersteller von Katheter gibt es?

Der Markt für Kathe­ter ist rie­sig, weil sie in jedem Kran­ken­haus, in Pfle­ge­hei­men und bei vie­len Ope­ra­tio­nen ver­wen­det werden.

Allein in den USA wur­de Ende der neun­zi­ger Jah­re der Markt für Kathe­ter auf einen Wert von 190 Mil­lio­nen US Dol­lar jähr­lich geschätzt. Heu­te dürf­te sein Wert mehr als 250 Mil­lio­nen US Dol­lar betragen.

Zu den gro­ßen Her­stel­lern von Kathe­tern gehö­ren die Fir­men Hol­lis­ter, Colo­plast. Well­spect, Man­fred Sau­er, Tele­flex Medi­cal. C. R. Bard, Inc., Bax­ter Health Care Corp. Kendall Health Care Pro­ducts und B. Brown.

Was ist ein Dauerkatheter?

Mit einem Dau­er­ka­the­ter oder Bla­sen­ver­weil­ka­the­ter bezeich­net man ein Uri­nal­ka­the­ter, das für eine bestimm­te Zeit in die Harn­bla­se ein­ge­führt wird und der stän­di­gen Ablei­tung des Urins dient. Dau­er­ka­the­ter wer­den vor allem nach Ope­ra­tio­nen am Harn­sys­tem, bei­spiels­wei­se einer Pro­sta­tek­to­mie, verwendet.

Beson­ders häu­fig wird der Foley Kathe­ter benutzt, der sei­nen Namen nach dem Erfin­der Fre­de­ric Euge­ne Basil Foley (1891–1966), einen ame­ri­ka­ni­schen Uro­lo­gen, erhielt. Foley erhielt aller­dings nie ein Patent für sei­nen Kathe­ter. Dau­er­ka­the­ter kön­nen ent­we­der durch die Harn­röh­re (tran­sur­ethral) oder die Bauch­de­cke (supra­pu­bisch) ein­ge­führt werden.

Was ist ein Einmal-Katheter?

Ein­weg-Kathe­ter dür­fen nicht mit Weg­werf-Kathe­tern ver­wech­selt wer­den. Ein­mal-Kathe­ter wer­den nur ein ein­zi­ges Mal benutzt. Sie die­nen der Gewin­nung von Urin­pro­ben, der Ablei­tung von Urin bei Harn­ver­hal­tung und zum Ent­lee­ren der Bla­se bei Stoma-Patienten.

Dage­gen sind prak­tisch alle moder­nen Kathe­ter Weg­werf-Kathe­ter, weil sie nach dem Gebrauch ent­sorgt wer­den. Der Erfin­der des Weg­werf-Kathe­ters war David Sheri­dan, der dafür ein Patent erhielt.

Wie verlief die Entwicklung der Urinalkatheter?

Bis in die acht­zi­ger Jah­re war Latex das bevor­zug­te Mate­ri­al für Uri­nal­ka­the­ter. Die Fir­ma Men­tor war der Erfin­der eines ver­bes­ser­ten Foley-Kathe­ters mit dem Namen Uro­san, für dass sie ein Patent erhielt. Die­se Latex Kathe­ter ver­ur­sach­ten jedoch Pro­ble­me wegen ihrer gerin­gen mecha­ni­schen Belast­bar­keit und einer all­ge­mei­nen Zunah­me von Latex-Allergien.

Des­we­gen wur­den in den neun­zi­ger Jah­ren zuneh­mend Uri­nal­ka­the­ter aus Sili­kon ver­wen­det, für die es jedoch weder einen Erfin­der, noch ein spe­zi­el­les Patent gibt. Sili­kon reagiert nicht mit dem Kör­per und ruft kei­ne all­er­gi­schen Reak­tio­nen her­vor. Es wider­steht vie­len der in der Medi­zin ver­wen­de­ten Che­mi­ka­li­en und ist mecha­nisch belastbar.

Moder­ne Uri­nal­ka­the­ter wer­den aus Poly­me­ren gefer­tigt. Sie sind leicht und halt­bar. Vie­le sind mit einer spe­zi­el­len Beschich­tung ver­se­hen, die in feuch­ter Umge­bung auf­quillt und einen Gleit­film bil­det. Der Erfin­der, der dafür das Patent erhielt, erreicht dadurch, dass sich der Kathe­ter leich­ter ein­füh­ren lässt.

Welche Urinalkatheter werden heute verwendet?

Manch ein Erfin­der hat mit sei­nem Patent die Uri­nal­ka­the­ter ver­bes­sert. Oft ist auch kei­ne ein­zel­ne Per­son der Erfin­der, son­dern eine Fir­ma hält das Patent.

Heu­te gibt es mehr als 900 Arten von Kathe­tern, über die Ben­ja­min Fran­k­lin, der Erfin­der des fle­xi­blen Kathe­ters (aber ohne Patent) stau­nen würde.

Zu den bes­ten gehö­ren das Ein­mal­ka­the­ter für Frau­en, das Colo­plast Spee­di­cath Com­pact Kathe­ter für Män­ner und das Man­fred Sau­er Hydro­phil Ein­mal­ka­the­ter für Männer.

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