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Inkontinenz nach einer Schwangerschaft

Eine Schwangerschaft und Geburt stellt für den weiblichen Körper eine unglaubliche gesundheitliche Belastung dar. Viele Frauen stellen während der Schwangerschaft oder nach der Geburt fest, dass sie gelegentlich leicht inkontinent sind. In diesem Inkontinenz Ratgeber klären wir Sie über die Ursachen und Therapie-Möglichkeiten auf.

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Ursachen & Therapie von Schwangerschaftsinkontinenz

Als Krank­heits­bild der »Inkon­ti­nenz« bezeich­net die Unfä­hig­keit, die Ent­lee­rung von Bla­se oder Darm zu kon­trol­lie­ren. Sie kann unter­schied­lich stark aus­ge­prägt sein und sowohl wäh­rend oder nach einer Schwan­ger­schaft auftreten.

Die Bla­sen­schwä­che ist eines der größ­ten »Secrets«, über die Frau­en nicht ger­ne spre­chen. Vie­le Betrof­fe­ne behel­fen sich mit Monats­bin­den und ver­su­chen die pein­li­che Situa­ti­on zu ver­ber­gen. Doch dies ist der fal­sche Weg.

Wir möch­ten Ihnen auf­zei­gen, wie es aus medi­zi­ni­scher Sicht zur Inkon­ti­nenz kommt und wie man sie behan­deln kann.

Ursachen von Inkontinenz nach Schwangerschaft

Wäh­rend Pro­ble­me bei der Darm­ent­lee­rung nach einer Schwan­ger­schaft grund­sätz­lich nur nach einem Damm­riss oder ‑schnitt auf­tre­ten, ist die Bla­sen­schwä­che eine übli­che Fol­ge des bei der Geburt stark bean­spruch­ten Beckenbodens.

Der Becken­bo­den ist ein Ver­bund aus Mus­keln und Bin­de­ge­we­be, der das Inne­re des weib­li­chen Unter­lei­bes zusam­men­hält. Durch eine Geburt kann es schließ­lich zum Über­deh­nen ins­be­son­de­re der Becken­bo­den­mus­ku­la­tur kom­men. Als Fol­ge kann der Schließ­mus­kel der Harn­röh­re nicht mehr rich­tig unter­stützt werden.

In der Fol­ge kann die Bla­sen­ent­lee­rung nicht mehr rich­tig gesteu­ert wer­den und es kommt zur Inkon­ti­nenz vor allem bei plötz­li­chen Nie­sen oder star­kem Heben (Belas­tungs­in­kon­ti­nenz). Dabei besteht ins­be­son­de­re bei gro­ßen Kin­dern und Gebur­ten mit einer lan­gen Aus­trei­bungs­pha­se die Gefahr einer star­ken Belas­tung des Becken­bo­dens, der durch die Anstren­gung maß­geb­lich an Sta­bi­li­tät verliert.

Aber auch die eher sel­te­nen direk­ten Beschä­di­gun­gen von Ner­ven­bah­nen oder der Harn­lei­ter als Kom­pli­ka­ti­on bei pro­ble­ma­ti­schen Gebur­ten erhö­hen die Wahr­schein­lich­keit für eine Blasenschwäche.

Häufigkeit von Harn- und Stuhlinkontinenz nach Geburten

Auch, wenn die mög­li­che Inkon­ti­nenz nach einer Geburt ein unan­ge­neh­mes The­ma ist, kön­nen Betrof­fe­ne sicher sein, dass sie mit dem Krank­heits­bild vie­le Gleich­ge­sinn­te haben. So sind in Deutsch­land etwa 20 Pro­zent aller Gebä­ren­den von der Bla­sen­schwä­che nach einer Schwan­ger­schaft betrof­fen.

Bei einem Damm­schnitt, der bei etwa 12 Pro­zent aller Kran­ken­haus­ge­bur­ten durch­ge­führt wird, liegt die Häu­fig­keit dau­er­haf­ten Stuhl­ent­lee­rungs­stö­run­gen ver­hält­nis­mä­ßig hoch.

Erfreu­li­cher­wei­se ist die Inkon­ti­nenz in der Fol­ge einer Schwan­ger­schaft zumeist nicht von Dau­er, son­dern bil­det sich meist in den ers­ten Wochen nach einer Geburt, vor allem bei ent­spre­chen­der Begleit­the­ra­pie, wie­der zurück.

Therapieansätze: Was kann man gegen Inkontinenz tun?

  • Die viel­ver­spre­chends­te The­ra­pie bei Bla­sen­schwä­che nach einer Schwan­ger­schaft ist der lang­sa­me Wie­der­auf­bau des Becken­bo­dens. Bei einem Becken­bo­den­trai­ning kann die­ser durch geziel­te Mus­kel­übun­gen all­mäh­lich gestrafft wer­den, wodurch er sei­ne Fes­tig­keit zurü­ck­erlangt. Betrof­fe­ne erlan­gen mit geziel­ten Becken­bo­den­übun­gen wie­der vol­le Kon­trol­le über den Schließmuskel.
  • Vor allem bei stär­ke­ren For­men der Inkon­ti­nenz bie­ten sich Rück­bil­dungs­kur­se an. Sie wer­den von erfah­re­nen Phy­sio­the­ra­peu­ten oder Heb­am­men gelei­tet. Soge­nann­te »Bio­feed­back­ge­rä­te«, die in die Vagi­na ein­ge­führt wer­den, kön­nen hier zusätz­lich anzei­gen, ob der Becken­bo­den opti­mal ange­spannt wird und die Übun­gen rich­tig durch­ge­führt werden.
  • Schließ­lich kann mit beson­de­ren oder Elek­tro­sti­mu­la­ti­on auch der Vagi­nal- oder Anal­schließ­mus­kel trai­niert wer­den und so einer Harn- oder Stuhlin­kon­ti­nenz ent­ge­gen­ge­wirkt werden.
  • Soll­te die Bla­sen­schwä­che über einen lan­gen Zeit­raum nach einer Geburt mit regel­mä­ßi­gem Becken­bo­den­trai­ning nicht the­ra­piert wer­den kön­nen, kann schließ­lich auch ein medi­zi­ni­scher Ein­griff not­wen­dig wer­den. Bei die­sem wird der Becken­bo­den mit einer Plas­tik gestrafft.
    Dies kann auch noch vie­le Jah­re nach einer Geburt not­wen­dig wer­den, wenn die Mus­ku­la­tur der Frau durch den natür­li­chen Alte­rungs­pro­zess all­mäh­lich erschlafft.
  • Als letz­ter Aus­weg bie­tet sich für Betrof­fe­ne hier schließ­lich auch ein Becken­bo­den­schritt­ma­cher an. Mit die­sem las­sen sich die Funk­tio­nen von Bla­se, aber auch Darm kontrollieren.

Fazit: Inkontinenz nicht verheimlichen!

Zusam­men­fas­send geben wir ihnen den Tipp, im Fal­le einer Bla­sen­schwä­che oder Darm­in­kon­ti­nenz einen Arzt zu kon­sul­tie­ren. Sie sind mit dem Pro­blem nicht allein auf der Welt. Es hilft Ihnen nicht wei­ter, das Lei­den zu verschweigen!

Es gibt neben phy­sio­the­ra­peu­ti­schen Lösun­gen auch medi­ka­men­tö­se oder ope­ra­ti­ve Mög­lich­kei­ten, mit denen Sie Ihre Kon­ti­nenz wie­der­erlan­gen können.

Wenn Sie Fra­gen, Anre­gun­gen und Hin­wei­se zum The­ma Schwan­ger­schaftsin­kon­ti­nenz haben, schrei­ben Sie uns bit­te einen Kom­men­tar. Sehr ger­ne kön­nen Sie sich auch in unse­rem Inkon­ti­nenz Forum zu die­sem The­ma austauschen.

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