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Was ist eine Prostatektomie?

Die Entfernung der Prostata heißt im Fachjargon Prostatektomie. Dieser Eingriff ist lebensnotwendig und leider ist danach ist beim Mann nichts mehr, wie es war. In diesem Beitrag beschreiben wie, was eine Prostatata-OP ist und welche Auswirkungen auf den männlichen Körper zu erwarten sind.

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Radikale Prostatektomie bei Prostatakrebs (Prostatakarzinom)

Wenn bei Ihnen Prostatakrebs diagnostiziert wurde, gibt es zwei anerkannte Verfahren zur Therapie: Strahlentherapie oder Operation. Die Operation heißt in der Fachsprache Prostatektomie.

Das Verfahren wird auch radikale Prostatektomie genannt. Damit meinen die Mediziner die vollständige Entfernung der Prostata inklusive Samenblasen. Dafür gibt es mehrere Methoden. Bei der klassischen OP wird der Unterleib geöffnet und der Zugang erfolgt von dort. Schonender ist die Da-Vinci Methode. Der Eingriff erfolgt durch einen Roboter (vom Arzt gesteuert), der kleine Einschnitte am Unterleib vornimmt und dadurch operiert. Alternativ kann die OP auch durch einen Schnitt durch den Damm erfolgen.

Welche Methode Sie auch wählen, in jedem Fall handelt es sich um einen schwerwiegenden chirurgischen Eingriff. Sie werden ca. 5 Tage im Krankenhaus verbringen und zumindest mehrere Wochen, wenn nicht Monate, arbeitsunfähig sein.

Was sind die Folgen einer radikalen Prostatektomie?

Leider wird dieser Aspekt von den Ärzten verharmlost. Nach der OP wird nichts mehr so wie zuvor sein! Viele Patienten haben den Krebs zwar besiegt, plagen sich aber mit Harninkontinenz und Impotenz herum.

Harninkontinenz nach einer Prostatektomie

Die schlimmste Folge ist Harninkontinenz. Sie können den Urin nicht mehr halten. Die Blase leert sich unwillkürlich. Das ist unvermeidlich, weil bei der OP der innere Schließmuskel ganz oder teilweise entfernt werden muss. Durch langwieriges Training ist es jedoch möglich, dass der äußere Schließmuskel diese Funktion allein übernimmt. Das lernen Sie beim Beckenbodentraining. Die Mehrzahl der Patienten geht nach einer Prostatektomie zu einer stationären Reha, in der entsprechende Kurse und Übungen durchgeführt werden.

Wie stark die Inkontinenz sein wird und wie lange sie andauert, ist bei jedem Patienten anders. Es hängt davon ab, wie viel Gewebe entfernt werden muss, um das Karzinom zu beseitigen. Nicht einmal Ihr behandelnder Arzt weiß das vorher. Manche Patienten sind nach wenigen Wochen wieder okay, bei anderen zieht sich der Prozess über Monate hin. Ihr Arzt wird Ihnen eine Rezept ausstellen. Damit können Sie Vorlagen, Inkontinenzpants und andere Hilfsmittel durch die Krankenkasse beziehen.

Impotenz

Massive Potenzprobleme sind ebenfalls eine Folge der Prostatektomie. Selbst wenn beim Eingriff ein Teil der für eine Erektion notwendigen Nervenstränge erhalten werden konnten, dauert es lange Zeit, bis sie sich wieder erholen. Zu diesem Thema werden Ihnen bei der Reha Vorträge angeboten. Auf Rezept bekommen Sie von der Krankenkasse ein Penispumpe. Selbst wenn eine Erektion erfolgt, kann es nicht mehr zum Samenerguss kommen, weil die Samenblasen entfernt wurden.

Kleinerer Penis

Was oftmals auch nicht vor der Prostata OP gesagt wird, ist – dass der Penis kürzer wird. Wenn der Operateur ein Stück der Harnröhre entfernen muss, büßt der Penis ca. 1-2 cm Länge ein. Auch die Problematik, dass der Schwellkörper nicht mehr nachts und bei Erregung „trainiert“ wird führt langfristig zur Penisverkürzung. Der Medizinischer nennt dies »retrahierter Penis«.

Andere Folgen

Es ist möglich, dass bei der Prostatektomie nicht alle Krebszellen entfernt werden können. In solchen Fällen kann sich ca. 3 Monate nach der OP noch eine Strahlentherapie anschließen. Diese hat auch wieder unangenehme Folgeerscheinungen.

Ob und wie schnell Sie nach der Prostatektomie wieder arbeiten können, hängt von Ihrer körperlichen Verfassung und der Art Ihrer Tätigkeit ab. Wenn Sie körperlich schwer arbeiten, kann es durchaus passieren, dass Sie ein Jahr oder länger krank geschrieben sein werden und danach entweder gar nicht mehr arbeiten können oder den Beruf wechseln müssen.

Gibt es Alternativen?

Die einzige von der Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) anerkannte Alternative zu einer Prostatektomie ist eine Strahlentherapie. Bei der kann aber das vom Krebs befallene Gewebe nicht so exakt entfernt werden wie bei einer Operation. Ärzte empfehlen eine Strahlentherapie, wenn der Patient zu geschwächt für eine OP ist oder als Nachbehandlung nach einer Prostatektomie. Die Strahlentherapie wird ambulant durchgeführt und dauert mehrere Wochen. Insgesamt gesehen ist die Prozedur jedoch ebenso belastend wie eine Operation.

Im Internet ist von jeder Menge alternativen Methoden die Rede, die schonender für den Patienten sind. Mit diesen Methoden gibt es jedoch 2 Probleme:

  1. Erstens übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten nicht, weil die Verfahren noch nicht klinisch erprobt sind. Gesetzlich Versicherte müssten die 20.000 Euro oder mehr aus eigener Tasche aufbringen.
  2. Zweitens besteht bei diesen Methoden (weil sie schonender sind) die Gefahr, dass nicht alle Krebszellen entfernt oder abgetötet werden können und der Prostatakrebs nach einiger Zeit wieder zurückkommt.

In den meisten Fällen ist die Prostatektomie die beste Therapie bei Prostatakrebs. Negative Folgeerscheinungen treten zwar auf, Sie können die Auswirkungen jedoch durch Willenskraft und kontinuierliches Training zumindest begrenzen. Auch nach einer Prostatektomie können Sie ein normales, erfülltes Leben führen.

Eine Prostataentfernung ist im Anfangsstadium vermeidbar! Gesunden Männern raten wir, regelmäßig eine Vorsorgeuntersuchung durchzuführen und auch einen kostenpflichtigen PSA Test machen zu lassen.

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