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Peter, 61 Teil 14: Meine Strahlentherapie

Wenn Sie meine vorherigen Kolumnen gelesen haben, werden Sie feststellen, dass eine Prostataerkrankung mit sehr vielen Höhen und Tiefen verbunden ist. In diesem Beitrag schreibe ich Ihnen, wie ich meine ersten 2 Wochen der Strahlentherapie erlebt habe und welche Informationen ich zwischenzeitlich gesammelt habe.

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Bestrahlung nach Prostata Entfernung (Prostatektomie)

Ich habe für meine Leidensgenossen bereits dreizehn Kolumne-Beiträge verfasst, die den Weg meiner Prostatakrebs Erkrankung, meiner Prostatektomie, meine anschließende Harninkontinenz, die Reha und andere Themen beschreiben.

Leider wurde in meinen vorherigen PSA-Wert Kontrollen festgestellt, dass noch nicht alle Krebszellen erwischt wurden. Mein Urologe verschrieb mir eine Bestrahlung.

Die Strahlentherapie wird heute als neben der operativen Entfernung des Karzinoms als anerkannte Behandlungsmethode bei Prostatakrebs und anderen Krebserkrankungen angewendet. Wie jede andere Therapie, hat auch die Bestrahlung Vor- und Nachteile sowie einige Besonderheiten, die Sie beachten sollten.

Ich hoffe, dass ich Ihnen auch mit diesem Beitrag helfen kann, wenn Sie von dem Leiden betroffen sind. Bitte nehmen Sie per Kommentarfunktion mit mir Kontakt auf, wenn Sie uns Fragen, Meinungen oder Erfahrungen mitteilen möchten.

Was ist Strahlentherapie und wann wird sie angewandt?

Die Strahlentherapie wird zur Zerstörung von Krebszellen angewandt. Das Grundprinzip entspricht dem einer Röntgenbestrahlung, nur wirkt die Strahlung wesentlich intensiver auf die betreffenden Körperzellen ein. Dadurch werden die Krebszellen abgetötet und dann nach und nach ausgeschieden.

Als Werkzeug dienen radioaktive Strahlen, die auf verschiedene Arten erzeugt werden. Meistens wird die Strahlentherapie als sogenannte Teletherapie, auch perkutane Strahlentherapie genannt, durchgeführt. Dabei liegt die Strahlungsquelle außerhalb des Körpers und die Strahlen wirken durch die Haut ein.

In manchen Fällen wird auch die Brachytherapie benutzt. Bei dieser Option bekommt der Patient stecknadelkopfgroße Strahlenquellen (Seeds) implantiert, die den Tumor aus nächster Nähe (von innen) bestrahlen.

Strahlentherapie und Operation sind gleichwertige Methoden der Krebsbehandlung. Von vielen Ärzten wird jedoch die Operation bevorzugt, weil sie bei Wiederauftreten der Krebserkrankung mehr Handlungsfreiraum lässt. Eine Strahlentherapie als bevorzugte Therapie wird angewandt, wenn der Patient zu alt oder geschwächt ist oder aus anderen Gründen die Operation nicht geeignet ist.

Darüber hinaus wird sie als Ergänzung zu einer Operation angewendet, wenn der Tumor bereits über das Operationsfeld hinaus gewachsen ist oder Metastasen nachgewiesen wurden. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Patienten nach einer Operation noch eine Strahlentherapie durchlaufen.

Welche Vorteile und Nachteile hat die Strahlentherapie?

Vorteile einer Bestrahlung

  • Die Behandlung verläuft schmerzfrei.
  • Es ist kein stationärer Aufenthalt im Krankenhaus erforderlich.
  • Die Nebenwirkungen halten sich in Grenzen.
  • Die Strahlentherapie wird auch von geschwächten oder hochbetagten Patienten gut vertragen.
  • Der normale Tagesablauf der Patienten wird nur wenig beeinträchtigt.

Nachteile einer Bestrahlung

  • Die Strahlentherapie dauert mehrere Wochen
  • Nebenwirkungen stellen sich erst im Laufe der Zeit ein und werden stärker, je länger die Behandlung dauert.
  • Ob die Behandlung erfolgreich war, ist erst einige Zeit nach ihrem Abschluss ersichtlich.
  • Tritt der Krebs nach der Behandlung erneut auf, kann nicht wieder bestrahlt werden. Eine Operation ist schwierig.
  • Bei der Bestrahlung wird auch gesundes Gewebe geschädigt. Bei modernen Varianten der Strahlentherapie VMAT (Volumetric Modulated Arc Therapie – Volumenmodulierte Strahlentherapie) ist der Effekt zwar minimal, ein gewisser Prozentsatz ist jedoch unvermeidlich.

Wie läuft die Strahlentherapie ab?

Die Behandlung findet in einer Strahlenklinik statt. Das ist meist eine besondere Abteilung eines Krankenhauses. Zum Abtöten der Krebszellen sind mehrere Dutzend Sitzungen erforderlich, zu denen Sie in der Strahlenklinik erscheinen müssen. Vor Beginn der Behandlung werden mindestens 2 CT Scans angefertigt, um den Tumor genau zu lokalisieren.

Die Spezialisten kreieren aus den gewonnenen Daten ein Computerprogramm, dass die Bestrahlung steuert. Beim modernsten Verfahren der Teletherapie, dem VMAT Verfahren (Volumetric Arc Therapy) liegen Sie auf einem Tisch und die Strahlenquellen bewegen sich kreisförmig um Sie herum. Das hat den Vorteil, dass die Krebszellen aus verschiedenen Richtungen bestrahlt werden können.

Dadurch verkürzt sich die Behandlungsdauer bei jeder Sitzung (nur noch ein paar Minuten) und insgesamt sind nicht mehr so viele Sitzungen notwendig. Einmal pro Woche wird der Patient zu einem Arztgespräch gebeten.

Darin erkundigt sich der Arzt nach dem Befinden und dem Auftreten irgendwelcher Beschwerden oder Probleme. Die Behandlungen finden von Montag bis Freitag statt. An den Wochenenden und feiertags wird in der Regel nicht bestrahlt. Sie sollten die Behandlung nach Möglichkeit nicht unterbrechen.

Ausnahmsweise ist es jedoch möglich, für 3 – 4 Tage eine Pause zu machen. Dann verlängert sich die Behandlung jedoch entsprechend.

Welche Nebenwirkungen gibt es?

Im Vergleich einer Operation sind die Nebenwirkungen geringer. Es treten beispielsweise vermehrt Blähungen auf, der Stuhl wird weich (manchmal bis hin zum Durchfall) und der Stuhlgang wird häufiger.

Nach der Bestrahlung fühlen sich viele müde und ausgelaugt. Schädigungen der Haut sind dagegen sehr selten. Bei der Bestrahlung selbst verspüren Sie keine Schmerzen.

Falls nötig können die Beschwerden mit Medikamenten oder durch eine Umstellung der Ernährung (Bananen, dunkle Schokolade, Weißbrot) gelindert werden.

Worauf sollten Sie  bei der Bestrahlung achten?

Damit die Harnblase durch die Strahlung nicht geschädigt wird, sollte sie bei der Behandlung möglichst voll sein. Sie sollten rechtzeitig vor der Bestrahlung mindestens 2 – 3 große Gläser Wasser trinken.

Wenn Sie an Inkontinenz leiden, bekommen sie vom Arzt eine Penisklammer. Das ist eine Spange aus Plastik, die Sie über Ihren Penis ziehen. Sie presst ihn zusammen und verhindert das Auslaufen. Das ist zwar unangenehm, aber notwendig.

Der Darm sollte dagegen bei der Bestrahlung möglichst leer sein. Das stellt meistens kein Problem dar. Falls doch, gibt es einen Einlauf. Die Strahlentherapie erfordert von Ihnen ein hohes Maß an Selbstdisziplin, kann aber bewältigt werden.

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