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Peter S., Teil 14: Meine Strahlentherapie

Wenn Sie meine vorherigen Kolumnen gelesen haben, werden Sie feststellen, dass eine Prostataerkrankung mit sehr vielen Höhen und Tiefen verbunden ist. In diesem Beitrag schreibe ich Ihnen, wie ich meine ersten 2 Wochen der Strahlentherapie erlebt habe und welche Informationen ich zwischenzeitlich gesammelt habe.

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Bestrahlung nach Prostata Entfernung (Prostatektomie)

Ich habe für mei­ne Lei­dens­ge­nos­sen bereits drei­zehn Kolum­ne-Bei­trä­ge ver­fasst, die den Weg mei­ner Pro­sta­ta­krebs Erkran­kung, mei­ner Pro­sta­tek­to­mie, mei­ne anschlie­ßen­de Harn­in­kon­ti­nenz, die Reha und ande­re The­men beschreiben.

Lei­der wur­de in mei­nen vor­he­ri­gen PSA-Wert Kon­trol­len fest­ge­stellt, dass noch nicht alle Krebs­zel­len erwischt wur­den. Mein Uro­lo­ge ver­schrieb mir eine Bestrahlung.

Die Strah­len­the­ra­pie wird heu­te als neben der ope­ra­ti­ven Ent­fer­nung des Kar­zi­noms als aner­kann­te Behand­lungs­me­tho­de bei Pro­sta­ta­krebs und ande­ren Krebs­er­kran­kun­gen ange­wen­det. Wie jede ande­re The­ra­pie, hat auch die Bestrah­lung Vor- und Nach­tei­le sowie eini­ge Beson­der­hei­ten, die Sie beach­ten sollten.

Ich hof­fe, dass ich Ihnen auch mit die­sem Bei­trag hel­fen kann, wenn Sie von dem Lei­den betrof­fen sind. Bit­te neh­men Sie per Kom­men­tar­funk­ti­on mit mir Kon­takt auf, wenn Sie uns Fra­gen, Mei­nun­gen oder Erfah­run­gen mit­tei­len möchten.

Was ist Strahlentherapie und wann wird sie angewandt?

Die Strah­len­the­ra­pie wird zur Zer­stö­rung von Krebs­zel­len ange­wandt. Das Grund­prin­zip ent­spricht dem einer Rönt­gen­be­strah­lung, nur wirkt die Strah­lung wesent­lich inten­si­ver auf die betref­fen­den Kör­per­zel­len ein. Dadurch wer­den die Krebs­zel­len abge­tö­tet und dann nach und nach ausgeschieden.

Als Werk­zeug die­nen radio­ak­ti­ve Strah­len, die auf ver­schie­de­ne Arten erzeugt wer­den. Meis­tens wird die Strah­len­the­ra­pie als soge­nann­te Tele­the­ra­pie, auch per­ku­ta­ne Strah­len­the­ra­pie genannt, durch­ge­führt. Dabei liegt die Strah­lungs­quel­le außer­halb des Kör­pers und die Strah­len wir­ken durch die Haut ein.

In man­chen Fäl­len wird auch die Brachythe­ra­pie benutzt. Bei die­ser Opti­on bekommt der Pati­ent steck­na­del­kopf­gro­ße Strah­len­quel­len (Seeds) implan­tiert, die den Tumor aus nächs­ter Nähe (von innen) bestrahlen.

Strah­len­the­ra­pie und Ope­ra­ti­on sind gleich­wer­ti­ge Metho­den der Krebs­be­hand­lung. Von vie­len Ärz­ten wird jedoch die Ope­ra­ti­on bevor­zugt, weil sie bei Wie­der­auf­tre­ten der Krebs­er­kran­kung mehr Hand­lungs­frei­raum lässt. Eine Strah­len­the­ra­pie als bevor­zug­te The­ra­pie wird ange­wandt, wenn der Pati­ent zu alt oder geschwächt ist oder aus ande­ren Grün­den die Ope­ra­ti­on nicht geeig­net ist.

Dar­über hin­aus wird sie als Ergän­zung zu einer Ope­ra­ti­on ange­wen­det, wenn der Tumor bereits über das Ope­ra­ti­ons­feld hin­aus gewach­sen ist oder Meta­sta­sen nach­ge­wie­sen wur­den. Es ist nicht unge­wöhn­lich, dass Pati­en­ten nach einer Ope­ra­ti­on noch eine Strah­len­the­ra­pie durchlaufen.

Welche Vorteile und Nachteile hat die Strahlentherapie?

Vorteile einer Bestrahlung

  • Die Behand­lung ver­läuft schmerzfrei.
  • Es ist kein sta­tio­nä­rer Auf­ent­halt im Kran­ken­haus erforderlich.
  • Die Neben­wir­kun­gen hal­ten sich in Grenzen.
  • Die Strah­len­the­ra­pie wird auch von geschwäch­ten oder hoch­be­tag­ten Pati­en­ten gut vertragen.
  • Der nor­ma­le Tages­ab­lauf der Pati­en­ten wird nur wenig beeinträchtigt.

Nachteile einer Bestrahlung

  • Die Strah­len­the­ra­pie dau­ert meh­re­re Wochen
  • Neben­wir­kun­gen stel­len sich erst im Lau­fe der Zeit ein und wer­den stär­ker, je län­ger die Behand­lung dauert.
  • Ob die Behand­lung erfolg­reich war, ist erst eini­ge Zeit nach ihrem Abschluss ersichtlich.
  • Tritt der Krebs nach der Behand­lung erneut auf, kann nicht wie­der bestrahlt wer­den. Eine Ope­ra­ti­on ist schwierig.
  • Bei der Bestrah­lung wird auch gesun­des Gewe­be geschä­digt. Bei moder­nen Vari­an­ten der Strah­len­the­ra­pie VMAT (Volu­metric Modu­la­ted Arc The­ra­pie – Volu­men­mo­du­lier­te Strah­len­the­ra­pie) ist der Effekt zwar mini­mal, ein gewis­ser Pro­zent­satz ist jedoch unvermeidlich.

Wie läuft die Strahlentherapie ab?

Die Behand­lung fin­det in einer Strah­len­kli­nik statt. Das ist meist eine beson­de­re Abtei­lung eines Kran­ken­hau­ses. Zum Abtö­ten der Krebs­zel­len sind meh­re­re Dut­zend Sit­zun­gen erfor­der­lich, zu denen Sie in der Strah­len­kli­nik erschei­nen müs­sen. Vor Beginn der Behand­lung wer­den min­des­tens 2 CT Scans ange­fer­tigt, um den Tumor genau zu lokalisieren.

Die Spe­zia­lis­ten kre­ieren aus den gewon­ne­nen Daten ein Com­pu­ter­pro­gramm, dass die Bestrah­lung steu­ert. Beim moderns­ten Ver­fah­ren der Tele­the­ra­pie, dem VMAT Ver­fah­ren (Volu­metric Arc The­ra­py) lie­gen Sie auf einem Tisch und die Strah­len­quel­len bewe­gen sich kreis­för­mig um Sie her­um. Das hat den Vor­teil, dass die Krebs­zel­len aus ver­schie­de­nen Rich­tun­gen bestrahlt wer­den können.

Dadurch ver­kürzt sich die Behand­lungs­dau­er bei jeder Sit­zung (nur noch ein paar Minu­ten) und ins­ge­samt sind nicht mehr so vie­le Sit­zun­gen not­wen­dig. Ein­mal pro Woche wird der Pati­ent zu einem Arzt­ge­spräch gebeten.

Dar­in erkun­digt sich der Arzt nach dem Befin­den und dem Auf­tre­ten irgend­wel­cher Beschwer­den oder Pro­ble­me. Die Behand­lun­gen fin­den von Mon­tag bis Frei­tag statt. An den Wochen­en­den und fei­er­tags wird in der Regel nicht bestrahlt. Sie soll­ten die Behand­lung nach Mög­lich­keit nicht unterbrechen.

Aus­nahms­wei­se ist es jedoch mög­lich, für 3 – 4 Tage eine Pau­se zu machen. Dann ver­län­gert sich die Behand­lung jedoch entsprechend.

Welche Nebenwirkungen gibt es?

Im Ver­gleich einer Ope­ra­ti­on sind die Neben­wir­kun­gen gerin­ger. Es tre­ten bei­spiels­wei­se ver­mehrt Blä­hun­gen auf, der Stuhl wird weich (manch­mal bis hin zum Durch­fall) und der Stuhl­gang wird häufiger.

Nach der Bestrah­lung füh­len sich vie­le müde und aus­ge­laugt. Schä­di­gun­gen der Haut sind dage­gen sehr sel­ten. Bei der Bestrah­lung selbst ver­spü­ren Sie kei­ne Schmerzen.

Falls nötig kön­nen die Beschwer­den mit Medi­ka­men­ten oder durch eine Umstel­lung der Ernäh­rung (Bana­nen, dunk­le Scho­ko­la­de, Weiß­brot) gelin­dert werden.

Worauf sollten Sie bei der Bestrahlung achten?

Damit die Harn­bla­se durch die Strah­lung nicht geschä­digt wird, soll­te sie bei der Behand­lung mög­lichst voll sein. Sie soll­ten recht­zei­tig vor der Bestrah­lung min­des­tens 2 – 3 gro­ße Glä­ser Was­ser trinken.

Wenn Sie an Inkon­ti­nenz lei­den, bekom­men sie vom Arzt eine Penis­klam­mer. Das ist eine Span­ge aus Plas­tik, die Sie über Ihren Penis zie­hen. Sie presst ihn zusam­men und ver­hin­dert das Aus­lau­fen. Das ist zwar unan­ge­nehm, aber notwendig.

Der Darm soll­te dage­gen bei der Bestrah­lung mög­lichst leer sein. Das stellt meis­tens kein Pro­blem dar. Falls doch, gibt es einen Ein­lauf. Die Strah­len­the­ra­pie erfor­dert von Ihnen ein hohes Maß an Selbst­dis­zi­plin, kann aber bewäl­tigt werden.

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