Take a fresh look at your lifestyle.

Stanzbiopsie: Erklärung, Vorteile und Nachteile

0

Diagnoseverfahren Biopsie bei Prostatakrebs

Pro­sta­ta­krebs ist die häu­figs­te Form der Krebs­er­kran­kung bei Män­nern im mitt­le­ren Alter. Der Krebs ist beson­ders heim­tü­ckisch, weil an Anfang kei­ner­lei Sym­pto­me auf­tre­ten. Auf der posi­ti­ven Sei­te ist zu ver­mer­ken, dass Pro­sta­ta­krebs in der Regel nur lang­sam wächst und gut heil­bar ist, vor­aus­ge­setzt er wird recht­zei­tig erkannt. Zu den Metho­den der Früh­erken­nung gehört unter ande­rem die Stanzbiopsie.

Was ist eine Stanzbiopsie?

Bei die­ser Metho­de wer­den aus dem zu unter­su­chen­den Kör­per­or­gan mit Hil­fe von Son­den (lan­gen Hohl­na­deln) Gewe­be­pro­ben ent­nom­men, die dann im Patho­lo­gie-Labor auf Krebs­zel­len unter­sucht wer­den. Die Stanz­bi­op­sie wird bei Ver­dacht auf ver­schie­de­ne Erkran­kun­gen ange­wen­det, nicht nur bei der Früh­erken­nung von Pro­sta­ta­krebs. Es han­delt sich um ein all­ge­mein aner­kann­tes Ver­fah­ren zur Gewin­nung von Gewe­be­pro­ben an Stel­len, die von außen schwer zugäng­lich sind.

Wann wird der Arzt eine Stanzbiopsie vorschlagen?

Der Arzt wird die Pro­ze­dur vor­schla­gen, wenn ande­re Unter­su­chungs­me­tho­den einen Ver­dacht auf ein Pro­statakar­zi­nom auf­kom­men las­sen. Das ist der Fall, wenn:

  • Der PSA Wert bei meh­re­ren Tests kon­stant über 4 ng/ml liegt.
  • Der PSA Wert plötz­lich ansteigt und nicht wie­der auf das Ursprungsniveau

fällt.

  • Beim Abtas­ten der Pro­sta­ta (DRU- digi­ta­le rek­ta­le Unter­su­chung Auf­fäl­lig­kei­ten fest­ge­stellt werden.

Bevor der Arzt eine Stanz­bi­op­sie emp­fiehlt, wird er sich mit Ihnen aus­führ­lich unter­hal­ten, um fest­zu­stel­len, ob eine Biop­sie wirk­lich begrün­det ist. Krank­hei­ten wie Bla­sen- und Pro­sta­ta­ent­zün­dun­gen, ja selbst Rad­fah­ren, kön­nen den PSA Wert eben­falls anstei­gen las­sen. Eine Stanz­bi­op­sie ist ein schwer­wie­gen­der Ein­griff, der nur vor­ge­nom­men wird, wenn er erfor­der­lich ist.

Wie läuft eine Stanzbiopsie – Untersuchung ab?

Der Ein­griff wird ambu­lant unter ört­li­cher Betäu­bung vor­ge­nom­men. Er kann im Kran­ken­haus oder auch in ent­spre­chend aus­ge­stat­te­ten Arzt­pra­xen vor­ge­nom­men wer­den. Zur Ver­hin­de­rung von Infek­tio­nen mit Darm­bak­te­ri­en müs­sen vor dem Ein­griff pro­phy­lak­tisch Anti­bio­ti­ka genom­men werden.

Der Zugang zur Pro­sta­ta erfolgt über das Rek­tum. Der Arzt benutzt meh­re­re lan­ge Nadeln, um punk­tu­ell Gewe­be­pro­ben aus ver­schie­de­nen Berei­chen der Pro­sta­ta zu ent­neh­men. Übli­cher­wei­se wer­den 10 ‑12 Pro­ben ent­nom­men, manch­mal auch mehr (bis zu 16). Die Pro­be­ent­nah­me erfolgt blitz­schnell durch einen Appa­rat. Sie bemer­ken nur einen kur­zen Klick und eine kur­zen Schmerz, der aber gering­fü­gig ist. Der Arzt beob­ach­tet und steu­ert die Ent­nah­me auf dem Moni­tor eines Ultra­schall­ge­räts. Anschlie­ßend wer­den die Pro­ben ins Labor zur Unter­su­chung gebracht.

Die gesam­te Pro­ze­dur dau­ert nor­ma­ler­wei­se weni­ger als eine Stun­de. Bett­ru­he ist danach nicht erfor­der­lich. Der Pati­ent muss sich jedoch für eini­ge Zeit scho­nen und schwe­re kör­per­li­che Arbeit und Sex vermeiden.

Die Vorteile der Stanzbiopsie

Mit die­sem Ver­fah­ren kön­nen Gewe­be­pro­ben gewon­nen wer­den, die im Labor unter­sucht wer­den kön­nen. Dort kann ein­deu­tig fest­ge­stellt wer­den, ob dar­in Krebs­zel­len ent­hal­ten sind oder nicht. Bei ande­ren Metho­den wie dem PSA Wert oder der DRU (Abtas­ten) bleibt immer eine gewis­se Unsicherheit.

Die Nachteile der Stanzbiopsie

Die Pro­ze­dur ist für den Pati­en­ten zumin­dest unan­ge­nehm, oft auch schmerz­haft. Nach dem Ein­griff ent­hält der Urin über eini­ge Tage Blut. Weil der Zugang über den Mast­darm erfolgt, besteht die poten­ti­el­le Gefahr einer Infek­ti­on mit Darm­bak­te­ri­en. Die­se Gefahr muss vor und nach dem Ein­griff durch mas­si­ve Gaben von Anti­bio­ti­ka ein­ge­schränkt wer­den. Die The­ra­pie kann mit Neben­wir­kun­gen ver­bun­den sein.
Nach der Stanz­bi­op­sie kann es zum Harn­ver­halt kom­men (Blo­ckie­rung der Harn­röh­re). Das ist ein poten­ti­ell lebens­be­droh­li­cher Vorfall.

Die Ergeb­nis­se einer Stanz­bi­op­sie sind nicht immer ein­deu­tig. Wenn sich der Pro­sta­ta­krebs noch im Anfangs­sta­di­um befin­det, kann es pas­sie­ren, dass die klei­ne Stel­le mit den bös­ar­ti­gen Zel­len bei der Pro­be­ent­nah­me ver­fehlt wird. Der Arzt ent­nimmt die Pro­ben prak­tisch blind und wird nur durch sei­ne Erfah­rung gelei­tet. Bleibt der PSA Wert wei­ter­hin hoch, bedeu­tet das für den Pati­en­ten, dass der unan­ge­neh­me Ein­griff wie­der­holt wer­den muss. Von einer bis zur nächs­ten Stanz­bi­op­sie müs­sen jedoch min­des­tens 6 Mona­te, bes­ser noch ein Jahr, ver­ge­hen. Für den Pati­en­ten bedeu­tet das eine lan­ge, qual­vol­le Zeit der Ungewissheit.

In der Pra­xis kann nur sel­ten Pro­sta­ta­krebs durch nur eine Stanz­bi­op­sie nach­ge­wie­sen werden.

Gibt es neue Möglichkeiten?

Seit kur­zem kön­nen die Ärz­te Infor­ma­tio­nen aus Sono­gram­men und MRT- Auf­nah­men (Magnet­re­so­nanz­to­mo­gra­fie) kom­bi­nie­ren und aus­wer­ten. Dadurch wird in vie­len Fäl­len eine Stanz­bi­op­sie über­flüs­sig. Soll­te sie den­noch not­wen­dig sein, kön­nen die Pro­ben gezielt aus ver­däch­ti­gen Stel­len der Pro­sta­ta ent­nom­men wer­den. Das ver­ein­facht das Ver­fah­ren für den Arzt und bringt dem Pati­en­ten Gewissheit.

Das könnte Sie auch interessieren
Hinterlasse eine Antwort

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Mit dem Absenden Ihres Kommentars erklären Sie sich mit unserer Datenschutzerklärung einverstanden.