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PSA Test: ja oder nein?

Zur Diagnose von Prostatakrebs wird oftmals ein PSA Test angeboten. Wir erklären in diesem Ratgeber was sich dahinter verbirgt und ob diese Untersuchungsmethode sinnvoll ist oder nicht. In den Bericht lassen wir auch die persönlichen Erfahrungen einer betroffenen Person einfließen.

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Prostatakrebs: Pro und contra PSA-Test

Wenn Sie an Prostatakrebs leiden oder der Verdacht einer Krebserkrankung besteht, werden Sie früher oder später auf den Begriff PSA Test stoßen. Das Thema wird in der Medizin kontrovers diskutiert.

Neben Vorteilen kann ein PSA Test auch Nachteile mit sich bringen. Welche Faktoren überwiegen, ist bei jedem Patienten anders und hängt von den persönlichen Umständen ab.

Ein Gespräch mit dem behandelnden Arzt hilft Klarheit zu schaffen. Im Zweifelsfall sollten Sie nicht davor zurückschrecken, einen zweiten Experten zu konsultieren.

Was ist ein PSA Test?

Der PSA Test ist ein Bluttest, mit dessen Hilfe die Konzentration des prostataspezifischen Antigens (PSA) im Blut des Patienten nachgewiesen werden kann. Dazu wird der Arzt Ihnen eine kleine Blutprobe aus dem Arm entnehmen und in einem Labor untersuchen lassen.

Für gewöhnlich müssen Sie ein paar Tage warten, bis Sie der Urologe erneut zur Auswertung der Ergebnisse bestellt und alles in Ruhe mit Ihnen bespricht. Der PSA Wert stellt einen Maßstab zur Aktivität des Prostatagewebes dar. In anderen Worten, je mehr in der Prostata vorgeht, um so höher ist der PSA Wert.

Er steigt übrigens mit fortschreitenden Lebensalter von allein an, weil sich die Prostata im Alter vergrößert. Der PSA Wert wird in Nanogramm pro Milliliter gemessen.

Für 40 Jahre alte Männer gilt ein PSA Wert bis 2,5 noch als durchschnittlich, bei über 70 Jahre alten Männern steigt die Grenze auf 6,5 an. Deswegen empfehlen Mediziner auch, einen PSA Test im Normalfall erst nach dem vollendeten 45. Lebensjahr durchzuführen.

Ist der PSA Test eine zuverlässige Methode zur Früherkennung von Prostatakrebs?

Die Antwort lautet: leider nein. Von den gesetzlichen Krankenkassen wird lediglich das Abtasten der Prostata von außen (durch das After) als Früherkennung anerkannt. Aber auch mit dieser Methode kann der Arzt lediglich feststellen, ob die Prostata vergrößert ist oder nicht.

Beim PSA Test ist die Situation ähnlich. Er zeigt zwar an, dass irgendetwas in der Prostata vorgeht, ist aber für sich allein zu unspezifisch. Ein erhöhter PSA Wert kann nicht nur bedeuten, dass sich ein Prostatakarzinom entwickelt, es kann auch auf eine Entzündung der Prostata oder eine gutartige Vergrößerung hinweisen. Aus diesem Grund gehört der PSA Test auch nicht zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen.

Wenn Sie von sich aus auf einem PSA Test bestehen, nehmen Sie eine iGel Leistung (individuelle Gesundheitsleistung) in Anspruch. Die dafür anfallenden Kosten in Höhe von 15 bis 20 Euro für den Test müssen Sie selbst tragen. Kommt noch ein auswertendes Gespräch mit dem Arzt dazu, liegen die Gesamtkosten bei etwa 50 Euro.

Wann ist ein PSA Test sinnvoll?

Wenn beispielsweise andere Symptome wie eine vergrößerte Prostata darauf hindeuten, dass irgendetwas nicht in Ordnung ist. Oft wird ein PSA Test auch im Zusammenhang mit der Diagnose einer akuten Entzündung (Blasenentzündung, Prostataentzündung, Hodenentzündung) durchgeführt. In derartigen Fällen übernimmt übrigens die GKV die Kosten für den Test.

Der behandelnde Arzt wird im Zuge der Erstdiagnose einen PSA Test veranlassen und eine Therapie (beispielsweise Antibiotika) einleiten. Nach dem Abschluss der Therapie wird der PSA Wert erneut getestet. Sollte er immer noch über der Norm liegen, wird der Arzt weitergehende Untersuchungen anordnen.

Das kann beispielsweise eine Ultraschalluntersuchung der Prostata sein oder auch eine Stanzbiopsie. Bei diesem Verfahren werden mit langen, dünnen Hohlnadeln Proben vom Prostatagewebe entnommen und auf Krebszellen untersucht.

Welche Vorteile hat der PSA Test?

Mit seiner Hilfe kann Prostatakrebs in einem sehr frühen Stadium erkannt werden, lange bevor er so weit gewachsen ist, um irgendwelche Beschwerden zu verursachen.

Je früher der Krebs erkannt wird, umso leichter und erfolgreicher kann er behandelt werden. Die Eingriffe und ihre Folgen sind weitaus geringer als bei einer Therapie in fortgeschrittenen Stadium.

Welche Nachteile hat der PSA Test?

Bei etwa 4 Prozent aller Betroffenen besteht die Möglichkeit einer Überdiagnose. Das bedeutet, durch den PSA Test werde Tumore der Prostata entdeckt, die im Grunde genommen gar nicht behandlungsbedürftig sind.

Im Gegensatz zu anderen Krebsarten wächst nämlich ein Prostatakarzinom meist sehr langsam. Wird es bei einem Patienten im fortgeschrittenen Alter entdeckt, ist oft keine Behandlung notwendig. Deswegen ist beispielsweise eine regelmäßige Kontrolle durch den Facharzt eine der anerkannten Therapien bei Prostatakrebs.

Die meisten Patienten verfügen aber nicht über die notwendigen Fachkenntnisse. Werden Sie mit Krebs diagnostiziert, erleben sie einen Schock, weil sie Prostatakrebs mit Lungenkrebs oder Hautkrebs gleichsetzen. Selbst ohne Therapie beträgt die Lebenserwartung nach einem diagnostizierten Prostatakrebs aber oft noch viele Jahre.

Die Diagnose Krebs kann aber psychische Probleme wie Depressionen oder Alkoholismus auslösen und zum Bruch einer Partnerbeziehung führen.
Entscheidet sich der Arzt, eine Therapie einzuleiten (OP oder Bestrahlung) können die Folgen dieser Therapie (Inkontinenz, Zeugungsunfähigkeit, Impotenz) die Lebensqualität massiv verschlechtern.

Fazit

Der PSA Test ist eine wissenschaftlich fundierte Methode, um Prostatakrebs selbst im Frühstadium zu erkennen. Als alleiniges Mittel der Diagnose ist er jedoch ungeeignet, da er zu unspezifisch ist. Zudem schwankt er von Person zu Person sehr stark und kann auch durch Aktivitäten wie Radfahren künstlich erhöht werden.

In einem medizinischen Vortrag gab der Chefarzt der Sinntalklinik Bad Brückenau, Prof. Dirk Engehausen, ein gutes Beispiel. Er sagte, in seiner Praxis wäre einmal ein Patient mit Prostatakrebs diagnostiziert worden, dessen PSA Wert bei 2,5 lag. Ein anderer Patient hätte einen PSA Wert von über 20 gehabt, wäre aber gesund gewesen. Der Grund für den erhöhten PSA Wert sei eine stark vergrößerte Prostata gewesen.

Sie sollten daher dem PSA Test allein keine zu große Bedeutung beimessen. Erst in Verbindung mit anderen Untersuchungsmethoden ist er sinnvoll und aussagekräftig.

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