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Inkontinenz Therapie

In sehr vielen Fällen kann Harnonkontinenz bei Männern geheilt werden. Welche Therapie notwendig ist, entscheidet der Arzt. In diesem Ratgeber stelle ich einige Behandlungsmöglichkeiten vor.

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Welche Therapiemöglichkeiten gibt es bei Inkontinenz?

Inkontinenz selbst ist keine Krankheit, sondern lediglich ein Symptom. Daher gibt es auch keine pauschalen Therapieempfehlungen. Trotzdem gibt es natürlich geeignete Behandlungsansätze, die für eine Linderung des Symptoms sorgen können. Natürlich muss eine Behandlung immer auf die individuelle Situation des Patienten eingegangen werden, um eine wirkungsvolle Physiotherapie zusammenzustellen.

Meistens wird bei inkotinenten Männern zuerst versucht den Beckenboden zu stärken und die den Patienten von einem gesünderen Lebensstil zu überzeugen. Es wird in Seminaren geschult, was man bei Inkontinenz Ernähren sollte. Auch richtiges Trinken ist wichtig. Sollte das nicht helfen, wird ein Urologe oder Hausarzt versuchen, Medikamente zu geben. Wenn alles nichts hilft, kann eine Inkontinenz  auch operativ behandelt werden.

Wichtiger Baustein: Das Beckenbodentraining

Vielen männlichen Patienten mit Inkontinenz kann eine Kräftigung des Beckenbodens helfen. Und das gilt nicht nur für weibliche Patienten sondern auch für männliche. Allerdings sollte das notwendige Beckenbodentraining unbedingt unter fachkundiger Anleitung durchgeführt werden. Eine falsch durchgeführte Beckenbodengymnastik ist nämlich nicht effektiv.

Daher ist es wichtig, einen ausgebildeten Physiotherapeuten oder einen Fitnesstrainer mit entsprechender Ausbildung und Erfahrung als Ansprechpartner zu wählen. Den meisten Männern fällt es zu Beginn des Trainings besonders schwer, die Muskeln des Beckenbodens zu spüren und gezielt zu trainieren.

Geduld müssen Patienten bei dieser Therapie schon mitbringen, denn sie muss über einen längeren Zeitraum und vor allem regelmäßig angewandt werden, um eine Besserung der Beschwerden zu erreichen.

Lebensumstellung als Hilfe gegen Harninkontinenz

Übergewicht ist ein Risikofaktor, der Inkontinenz begünstigen kann. Eine ausgewogene Ernährung und viel Bewegung sind also nicht nur gut, um lästige Pfunde loszuwerden, sondern verbessern auch die Situation für den Inkontinenzpatienten.

So sollten Personen, die unter Inkontinenz leiden, Stoffe, die eine Reizung der Blase auslösen können, meiden. Kaffee, scharfe Gewürze und Nikotin bringen die Harnblase aus der Balance. Zudem sollten Inkontinenz-Patienten auf eine geregelte Verdauung achten.

Blasentraining für ein verändertes Toiletten-Verhalten

Für ein optimales Toilettentraining ist die Festsetzung von festen Toilettenzeiten, eine Anpassung der Trinkmengen und die geeignete Getränkeauswahl als Basis anzusehen. Betroffene können kleine Tricks erlernen, um einen starken Harndrang abzumildern und die Zeit bis zum nächsten Wasserlassen zu verlängern.

Damit sich ein möglichst hoher Therapieerfolg einstellt, sollte man schon bei leichter Inkontinenz schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen.

Jedoch sollte niemand ein Blasentraining im Alleingang absolvieren. Der behandelnde Arzt muss die geeigneten Maßnahmen im Einzelfall entscheiden. Wer meint er müsse einfach möglichst wenig trinken, der ist im Irrtum. Denn wenn der Organismus zu wenig Flüssigkeit bekommt, können neben dem Symptom der Inkontinenz zusätzliche Beschwerden ausgelöst werden.

Mitunter kann die Inkontinenz seelische Auslöser haben. In diesen Fällen können auch Therapien zur Verhaltensänderung wie autogenes Training in Verbindung eines Psychologen hilfreich sein.

Inkontinenz und Medikamente

Eine Inkontinenz kann durchaus auch eine unerwünschte Nebenwirkung mancher Medikamente darstellen. In solchen Fällen kann es helfen, wenn der Arzt ein alternatives Medikament verschreibt. Auf der anderen Seite gibt es natürlich auch Medikamente, die das Symptom der Inkontinenz bekämpfen können.

  • Anticholinergika haben sich bewährt, da sie die Aktivität der Blasenmuskulatur gedämpft wird. Bevor die Medikamente Wirkung zeigen, vergehen allerdings einige Wochen, sodass eine Therapie mindestens vier bis sechs Wochen dauern sollte. Da es auch bei diesen Medikamenten unerwünschte Nebenwirkungen geben kann, sollte die Einnahme nur unter ärztlicher Kontrolle erfolgen.
  • Ein neuerer Wirkstoff für die medikamentöse Behandlung der Inkontinenz ist der Beta-3-Adrenozeptorgonist Mirabegron. Hier zeigt sich die optimale Wirkung nach rund 12 Wochen. Der Vorteil liegt bei diesen Präparaten in dem Auftreten von weniger Nebenwirkungen. In schweren Fällen, bei denen diese Medikation keine Erfolge zeigt, kann eine Behandlung mit Botulinumtoxin hilfreich sein. Eine Spritze Botulinumtoxin wirkt in der Regel für die Dauer von sechs bis neun Monaten, bevor eine erneute Behandlung erfolgen muss.

Operative Hilfe bei Inkontinenz

In den letzten Jahren hat sich für Männer als Standardtherapie bei Belastungsinkontinenz der künstliche Schließmuskel etabliert. Um die Harnröhre wird in einer Operation ein Ring um die Harnröhre gelegt. Dieser Ring, der mit Flüssigkeit gefüllt ist, verschließt durch äußeren Druck die Harnröhre.

Bei Bedarf wird über eine Pumpe Flüssigkeit aus dem Ring in einen Speicher-Ballon abgepumpt. Nun kann der Urin aus der Harnröhre abfließen. Anschließend wird die Flüssigkeit in den Ring zurückgeführt und die Harnröhre wieder verschlossen. In 90% aller Fälle kann so die Inkontinenz optimal reguliert werden.

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