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Peter, 61 Teil 7: Reha Sport & Physiotherapie

Nachdem ich nun schon drei Wochen meiner Reha-Maßnahme in der Sinntalklinik verbrachte, möchte ich ebenfalls von einer Prostatektomie betroffenen Leidensgenossen einen kleinen Einblick in den Alltag einer Reha-Klinik geben. In diesem Teil erzähle ich Euch, wie der Sport und die Physiotherapie in einer stationären Rehabilitationseinrichtung abläuft.

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Rehasport & Physiotherapie nach Prostatektomie

Bei einem Aufenthalt in einer Rehabilitationseinrichtung (umgangssprachlich: Reha – Klinik) geht es in erster Linie darum, die körperliche Leistungsfähigkeit der Patienten so weit wie möglich wieder herzustellen.

Dabei spielen Sport & Physiotherapie in Zusammenhang mit gesunder Ernährung eine entscheidende Rolle. Bei Bedarf findet auch eine psychologische Betreuung statt.

Ich habe bereits in meinen vorherigen Kolumne Beiträgen meinen Weg von der Diagnose Prostatakrebs, über die Prostatektomie Operation  und zuletzt über Die ersten Tage in der Reha-Klinik meine Erfahrungen über meinen Krankheits-Verlauf geschrieben.

In diesem Beitrag möchte ich Ihnen erzählen, was man beim Rehabilitationssport und bei der Physiotherapie in einer Reha-Klinik erlebt. Wenn Sie Fragen oder Anmerkungen haben, bzw. eigene Erfahrungen schildern möchten, hinterlassen Sie bitte einen Kommentar.

Was wird in der Reha Klinik angeboten?

Die Behandlungen hängen beispielsweise von Art und Zeitpunkt der Operation ab und bei jedem Patienten anders. Bei der Ankunft hat jeder Neuling ein Aufnahmegespräch mit dem Stationsarzt. Dabei wird der Patient befragt, seine Befunde studiert und die Art der Behandlung festgelegt. Die meisten Therapien finden als Gruppenveranstaltungen statt. Um etwa 130 Patienten kümmern sich ca. 100 Therapeuten.

In meinem Fall begann der Aufenthalt in der Sinntalklinik im bayrischen Bad Brückenau mit einer Enttäuschung. Weil ich sehr gern schwimme, hatte ich mich schon auf das Hallenbad gefreut. Leider verbot mir der Arzt Schwimmen und alle „nassen“ Behandlungen.

Nach meiner Prostataoperation lag der Schwerpunkt der Behandlung auf Beckenbodentraining und allgemeine Übungen zur Kräftigung, Entspannung und Verbesserung der Koordination. Der Arzt gab den Therapeuten vor, wo und wie stark ich körperlich belastet werden konnte.

Da die Narben am Bauch nach der OP noch Zeit zur Heilung brauchten, sollte ich alle Übungen vermeiden, bei denen die Bauchmuskeln stark belastet werden. Diesen Hinweisen entsprechend erfolgte am Tag nach der Ankunft die Einweisung an den geeigneten Trainingsgeräten.

Wie läuft das Gruppentraining ab?

Wann ich zu welchem Training musste, erfuhr ich aus dem aktuellen Behandlungsplan. Der erste wird Neulingen bei der Ankunft ausgehändigt. Die folgenden Pläne liegen immer Freitagnachmittag im Postfach des Patienten.

Jeder Patient erhält bei der Ankunft einen Stoffbeutel und ein weißes Baumwolltuch. Der Umhängebeutel dient zum Transport der Sachen (Tuch, Behandlungsplan, Stift, Brille usw.), das weiße Tuch zu hygienischen Zwecken. Damit werden Sitze oder Matten abgedeckt, bevor man sich niederlegt.

Vor Beginn jeder Übung müssen sich alle Teilnehmer die Hände desinfizieren. Die Therapien oder Trainingseinheiten dauern knapp 30 Minuten und finden in der Gymnastikhalle statt. Für gewöhnlich bilden alle einen Kreis, einschließlich des Therapeuten. Der Therapeut/die Therapeutin sagt nicht nur, was zu tun ist, sondern erklärt auch Sinn und Zweck der Übungen.

Die Atmosphäre war immer locker und entspannt. Nicht immer kamen dieselben Leute zur Gruppe, weil oft einige entlassen wurden und Neulinge ihre Plätze einnahmen. Da ich körperlich in einer guten Verfassung bin, hatte ich beim Mitmachen keine Schwierigkeiten.

Eine Ausnahme bildete die „leichte Sportgruppe“. Der Name ist irreführend, den die Teilnehmer, darunter auch ich, machten einfach in Begleitung eines Therapeuten Wanderungen in der Umgebung. Bei jeder Tour werden ca. 3 – 4 km zurückgelegt. Auf meinem Plan stand zweimal wöchentlich die „leichte Sportgruppe“.

Gibt es auch individuelle Therapien?

Auch das individuelle Therapien gehören zum Angebot. Einige Behandlungen wie Fango, Massagen, Bäder oder auch meine Therapie mit Interferenzstrom können nur individuell durchgeführt werden. Auch die Geräte für Kraft- und Ausdauertraining lassen sich nur immer von einer Person benutzen.

Von den Patienten wird erwartet, dass sie mindestens drei- viermal pro Woche ihre Übungen absolvieren. Dafür gibt es jedoch keinen festen Zeitpunkt, sondern man schiebt die Übungen dann ein, wenn sich die Gelegenheit ergibt. Ich ging meistens in den Kraftraum, wenn ich mit dem Sport in der Gymnastikhalle fertig war. Der Kraftraum befand sich in der Sinntalklinik im Keller der Gymnastikhalle.

Wie ist das mit der gesunden Ernährung?

In Kombination mit Rehasport und Physiotherapie steht eine gesunde Ernährung stark im Vordergrund.

Auf dem Speiseplan steht stets frisch gekochte, gesunde Kost. Zum Frühstück gibt es immer mehrere Sorten Joghurt, Müsli, Vollkorn- und Weizenbrötchen, Aufschnitt und Käse. Das Angebot beim Abendbrot umfasste mindestens 8 Sorten Vollkorn- und Mischbrot sowie mehrere Sorten Gemüsesalat, vom Spargel- bis zum Krautsalat.

Zum Mittagessen entweder Fleisch oder Fisch mit Gemüse und Soße, dazu Nudeln, Kartoffeln, Reis oder Klöße. Pizza, Pommes oder Fertiggerichte werden nicht angeboten. Wer möchte, kann nachmittags Kuchen essen und dazu Kaffee trinken. Das muss aber extra bezahlt werden.

Während der gesamten Dauer meiner Reha habe ich nicht ein Stück Kuchen oder Schokolade gegessen. Trotzdem konnte ich kaum an Gewicht verlieren, weil das sehr reichhaltige Angebot immer dazu verführte, mehr zu essen als ich eigentlich beabsichtigte.

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