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Peter, 61 Teil 16: Beschneidung nach Inkontinenz

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Beschneidung nach Inkontinenz / Prostata-OP

Wenn Männer Prostatakrebs entwickeln, schlägt der Urologe in den meisten Fällen eine operative Entfernung der Prostata vor (radikale Prostatektomie). Die Folgeerscheinungen und Nebeneffekte dieses Eingriffs werden jedoch gern verschwiegen oder verharmlost.

In meinen Kolumne-Beiträgen schildere ich Ihnen den Verlauf meiner Prostatakrebs-Erkrankung von der Diagnose bis zur Genesung.

Zu meinem Schrecken entwickelte sich bei mir durch meine Harninkontinenz eine Vorhautverengung, die im Fachjargon Phimose genannt wird. Diese musste operativ behandelt werden. Lesen Sie hier die Einzelheiten.

Folgeerscheinungen Harninkontinenz und Phimose

Fast jeder Patient ist nach einer Prostata OP über eine längere Zeit inkontinent. Die Blasenschwäche kann Monate, aber auch Jahre andauern und das alltägliche Leben nachhaltig beeinflussen.

Bei Inkontinenz tragen die Betroffen zumeist aufsaugende Hilfsmittel wie Inkontinenzpants oder Vorlagen. Werden diese längere Zeit benutzt, stellen sich Probleme ein.

Auf der Haut entwickelt sich durch die warmen und feuchten Bedingungen ein optimales Milieu für das Wachstum von Keimen. Entzündungen stellen sich ein. Wiederholen sich diese Entzündungen, kann sich eine Phimose entwickeln.

Was ist eine Phimose?

Das ist der medizinische Name für eine Vorhautverengung. Im Gegensatz zur angeborenen Phimose, die bei Jungen in der Kindheit normal ist und sich bis zum Eintritt in die Pubertät von selbst gibt, entsteht eine pathologische (krankhafte) Phimose bei Erwachsenen durch nachlassende Hautelastizität, Verletzungen oder wiederholte Entzündungen.

Die Phimose äußert sich dadurch, dass sich die Vorhaut nicht mehr über die Eichel zurückziehen lässt. Bei einer Erektion kommt es zu Schmerzen, ja selbst das Urinieren kann gestört werden. Die Phimose begünstigt weitere Entzündungen, weil die Eichel nicht mehr gewaschen werden kann. Eine Behandlung mit Salben ist zwar möglich, führt aber besonders bei Erwachsenen nicht immer zum Erfolg. Eine Beschneidung, medizinisch Zirkumzision genannt, hat sich dagegen gut bewährt.

Was ist eine Zirkumzision?

Bei dem Eingriff wird die Vorhaut, die normalerweise die Eichel bedeckt, vollständig entfernt. Das bedeutet, nach der Beschneidung liegt die Eichel ständig frei.

Der Eingriff dauert nur ein paar Minuten und wird in der Regel ambulant ausgeführt. Nur in Ausnahmefällen, beispielsweise wenn er allein lebt, muss er die Nacht nach der Zirkumzision im Krankenhaus verbringen. Die Operation wird unter örtlicher Betäubung oder Vollnarkose durchgeführt.

Welche Vorteile bringt die Zirkumzision?

Zunächst einmal ist die Phimose beseitigt, weil die Vorhaut operativ entfernt wurde. Da die Eichel jetzt frei liegt, ist sie trockener. Das bedeutet, dem Wachstum von Hautpilzen und Bakterien wurde der Nährboden entzogen.

Es ist nachgewiesen, dass beschnittene Männer weniger häufig an Entzündungen leiden als unbeschnittene. Die Körperhygiene ist ebenfalls einfacher durchführbar. Medizinische Berichte besagen zudem, dass beschnittene Männer weniger oft an Geschlechtskrankheiten leiden als unbeschnittene. Eine Umfrage unter Frauen ergab übrigens, dass mehr als Dreiviertel einen beschnittenen Penis attraktiver als einen unbeschnittenen empfinden.

Beschnittene Männer berichten auch, dass der Sex nach der Zirkumzision besser wäre als vorher. Das könnte damit zusammenhängen, dass die Eichel ständig offen liegt und dadurch weniger empfindlich wird. Das führt zu größerer Ausdauer beim Sex.

Wie geht es nach dem Eingriff weiter?

Der Verband wird am Tag nach der Operation entfernt. Es ist ratsam, wenn sich der Patient nach ein paar Tagen seinem behandelnden Urologen vorstellt, damit der die Wunde und den Heilungsprozess begutachten kann.

Der Patient kann bereits am 2. Tag nach der Zirkumzision duschen und nach 4 Tagen auch wieder baden. Beim Thema Sex sollte man jedoch noch ein wenig Zurückhaltung üben. Die Ärzte empfehlen, für mindestens 3 Wochen, besser 4, nach der Operation enthaltsam zu bleiben und es danach auch noch nicht gleich zu übertreiben.

Wilde Liebesnächte sind dann vorläufig tabu. In der ersten Zeit nach der Beschneidung hat der Patient beim Laufen ein unangenehmes Gefühl, weil sich die Eichel ständig am Stoff der Unterhose reibt. Das ist jedoch nur eine Frage der Gewohnheit. Das Urinieren muss nach der Beschneidung erst wieder neu erlernt werden, weil der Strahl ohne Vorhaut anders verläuft als vorher. Da kann es schon mal passieren, dass etwas daneben geht.

Meine persönliche Meinung

Alles in allem ist eine Zirkumzision zwar eine relativ kleiner Eingriff, der aber große Auswirkungen auf das Leben im Alltag hat. Dabei scheinen die positiven Faktoren zu überwiegen.

Übrigens bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen eine Zirkumzision nur, wenn sie aus medizinischen Gründen angezeigt ist. Wer sich aus ästhetischen oder religiösen Gründen beschneiden lassen möchte, muss die Kosten dafür aus eigener Tasche bezahlen. Wird der Eingriff ambulant durchgeführt, kostet das ca. 300 Euro.

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